17.05.2012     13:36 Uhr
BabyCare ...gesunde Schwangerschaft

Wissenswertes rund um die Schwangerschaft


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Geburtsverlauf

Rein medizinisch betrachtet unterscheidet man bei der Geburt 3 Phasen:
1. Die Eröffnungsphase
Nach dem Einsetzen der Wehen werden die Geburtswege gedehnt. Diese Phase endet, wenn der Muttermund sich soweit geöffnet hat, dass das Baby passieren kann. Beim ersten Kind dauert diese Phase oft sehr lange. 8 bis 10 Stunden sind nicht selten.
2. Die Austreibungsphase
Wenn der Kopf des Babys bis zum Beckenboden vorgedrungen ist, zwängt sich das Baby in einer leichten spiralförmigen Drehung durch die Scheide, unterstützt vom Pressen der Mutter. Wird das Köpfchen in der Schamspalte sichtbar, ist die Geburt fast schon vorbei.
3. Die Nachgeburt: Ausstoß der Plazenta
In dieser letzten Phase wird kurz nach der Geburt des Kind auch die Plazenta geboren. Dafür benötigt die Frau meist nur noch einmal eine Wehe. Die meisten merken hier von jedoch nichts mehr, da sie ihr Kind schon auf den Bauch gelegt bekommen haben und so nur noch darauf konzentriert sind.
 
Diese 3 Phasen gelten für alle Geburten, wie sie aber letztendlich ablaufen, kann Ihnen vorher niemand sagen. Deshalb sollten Sie sich genau überlegen, wie die Geburt ihrer Meinung nach verlaufen sollte. Sie sollten sich Gedanken machen, wie Sie die Geburt erleben wollen. Machen Sie eine Liste darüber, wie Sie Ihr Kind zur Welt bringen wollen und wie alles verlaufen soll. Wenn Sie sich alle Möglichkeiten überlegen , fällt es Ihnen leichter, bewusst eine Wahl zu treffen. Ziehen Sie den Partner in die Überlegungen mit ein, damit auch er ihre Wünsche und Vorstellungen kennt, um Sie während der Geburt unterstützen zu können.Sie sollten sich aber auch darüber im Klaren sein, dass Ihre Wunschliste nur eine Wunschliste ist. Im Fall von Komplikationen können manche Ihrer Wünsche möglicherweise nicht berücksichtigt werden.
Eine grundlegende Entscheidung betrifft die Frage, ob Sie Ihr Kind im Krankenhaus in der Entbindungsstation zur Welt bringen möchten, stationär oder ambulant bleiben wollen oder Ihr Kind zu Hause bekommen wollen. Das sollten Sie auch mit Ihrem Partner besprechen, sich aber zusätzlich natürlich von Ihrer Hebamme und dem Frauenarzt beraten lassen.

Auch die Frage, auf welche Art und Weise sie ihr Kind gebären wollen, sollten sie sich schon vorher stellen. Denn es gibt viele verschiedene Entbindungsmethoden, über die man sich dann vor der Geburt informieren sollte.

Geburt im Entbindungsbett: Hier können Sie liegen oder sitzen. Das Bett hat, je nach Bedarf, viele Einstellungsmöglichkeiten. Sie bestimmen selbst, wie es zu ihrer Zufriedenheit eingestellt werden soll.

Geburt im Sackstuhl: Hier sitzen oder liegen Sie in einem Sackstuhl auf dem Boden. Der Sackstuhl enthält viele kleine Kugeln, die sich stützend und formend dem Körper anpassen. Er lässt sich auch auf dem Entbindungsbett befestigen, wodurch die Hebamme eine bessere Arbeitsposition hat.

Geburt im Wasser: Hier sitzen oder treiben Sie in einer speziellen Badewanne, während die Wehen ihre Arbeit verrichten. Im warmen Wasser erlebt man die Wehen weniger stark und manche Frauen können sich leichter entspannen. Ob auch die Geburt in der Wanne ablaufen kann, ist von Station zu Station unterschiedlich. Informieren Sie sich vorher.

Auch die Positionen die sie unter der Geburt einnehmen können, können sehr unterschiedlich sein. Die Position, in der die Frau flach auf dem Rücken liegt, wird heute nicht mehr so oft angewendet. Die Frau braucht dabei unverhältnismäßig viel Kraft, um ihren Oberkörper in der Pressphase anzuheben, außerdem kann in dieser Stellung die Schwerkraft nicht optimal ausgenützt werden. Der Druck der Gebärmutter auf die Blutgefäße ruft bei manchen Gebärenden in dieser Position Übelkeit hervor. Die Position des Halbsitzens/Halbliegens bietet viele Vorteile. Die Frau braucht sich in der Pressphase nicht besonders aufzurichten.Man kann auch vollkommen aufrecht sitzen. Auch in dieser Stellung kann die Schwerkraft mithelfen. Für die Hebamme kann es jedoch schwierig sein, den Geburtsverlauf genau zu verfolgen. Es ist deshalb möglich, dass die Frau zwischendurch eine halbsitzende Position einnehmen muss. Die hockende Position nach dem Vorbild der Naturvölker wurde in den letzten Jahren wiederentdeckt. Beim Pressen ist diese Stellung zweckmäßig. Viele Frauen bekommen jedoch nach einiger Zeit in dieser Stellung Schmerzen in den Knien und im Rücken. Aus diesem Grund hat man auf einigen Entbindungsstationen kleine Schemel, die zur Entlastung benutzt werden können. Stehen oder umhergehen, auch Treppen steigen sind weitere Möglichkeiten während der Eröffnungsphase. Einige Frauen empfinden es als wohltuend, sich zu bewegen oder sich an jemanden anzulehnen. Auch hier können jedoch Ermüdungserscheinungen in den Knien und im Rücken auftreten. Man kann natürlich die verschiedenen Positionen miteinander kombinieren. Viele Frauen sind froh, wenn sie zwischendurch die Stellung wechseln können und dadurch die Geburt erleichtert wird. Oft ist die Frau zu Beginn der Geburt am aktivsten, während sie sich gegen Ende eher ausruhen möchte.

Für die Bewältigung von Schmerzen während der Geburt gibt es heute sehr viele Möglichkeiten. Sie sollten vorher wissen, welche sie davon nutzen wollen, welche nicht und welche in der Klinik angeboten werden. Wenn Sie Musik hören möchten, nehmen Sie Ihre Lieblingsmusik mit in den Kreißsaal. Untersuchungen haben gezeigt, dass Musik entspannend und beruhigend wirkt. Sie können sich auch während der Geburt bewegen. Hin und Herlaufen dämpft bei vielen Frauen die Schmerzen. Massagen im Lenden- und Rückenbereich können ebenfalls helfen. Sie sollten sie vorher aber mit Ihrem Partner/Begleiter üben.Vielen Frauen helfen heiße Duschen oder Bäder. Wasser und Wärme entspannen die Muskeln, sie können sich besser entspannen und auf die Wehen konzentrieren. In vielen Entbindungsstationen gibt es deshalb heute Badewannen. Schmerzmittel stehen auch im Kreißsaal zur Verfügung. Scheuen Sie sich nicht, danach zu fragen. Angefangen von homöopathischen Globuli, krampflösenden Zäpfchen, Spritzen und der Periduralanästhesie stehen in einem modernen Kreißsaal alle Möglichkeiten offen. Überlegen Sie, was Ihnen am Besten helfen könnte und treffen Sie Ihre Wahl.


Beitrag zuletzt aktualisiert am: 13.12.11 11:26