Wissenswertes rund um die Schwangerschaft
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Klinik- oder Hausgeburt
Bei dem Ort, an dem die Geburt statt finden soll, hat man generell die Möglichkeit das Kind in einer Klinik zur Welt zu bringen, oder man entscheidet sich für eine Geburt zu Hause.
Heute finden nur noch wenige Geburten zu Hause statt. Viele zukünftige Eltern scheuen sich, die Verantwortung für die Geburt voll und ganz zu übernehmen. Wenn allerdings die Schwangerschaft problemlos verlaufen ist, die Frau gesund ist und auch sonst keine Risiken bekannt sind, wenn die Hausgeburt von einer erfahrenen und versierten Hebamme geleitet werden kann, dann ist eine Hausgeburt nicht gefährlicher als eine medizinisch kontrollierte Geburt im Krankenhaus. Voraussetzung einer Hausgeburt ist allerdings, dass die Vorsorgeuntersuchungen gewissenhaft wahrgenommen wurden, um Abweichungen vom normalen Schwangerschaftsverlauf von vornherein auszuschließen. Es gibt zahlreiche freiberufliche Hebammen, die Ihnen Ihr Arzt empfehlen kann. Setzen Sie sich frühzeitig mit der Hebamme in Verbindung. Viele Hebammen bieten Informationstreffen und Geburtsvorbereitungskurse an.
Vorteile einer Hausgeburt:
- Sie entbinden in Ihrem bekannten Umfeld.
- Sie können in dieser einzigartigen Stresssituation Ihren persönlichen und individuellen Bedürfnisse nachgehen.
- Sie können über den Geburtsverlauf frei mitentscheiden.
- Sie können im Kreise Ihrer Lieben entbinden. Denn oftmals sind im häuslichen Umfeld auch die Geschwister bei der Geburt des Kindes dabei.
Falls es während einer Hausgeburt zu ernsten Problemen kommt, wird die Hebamme eine Einweisung ins Krankenhaus veranlassen.
Nachteile einer Hausgeburt:
- Bei jeder Geburt können Komplikationen auftreten, die eine sofortige Operation oder andere invasive medizinische Maßnahmen notwendig machen. So können auch ohne Vorwarnungen schlechte Herzfrequenzmuster auftreten (z.B. durch Nabelschnurvorfall), die einen sofortigen Kaiserschnitt notwendig machen. Auch in der Nachgeburtsperiode können z.B. Blutungen auftreten, die sofort behandelt werden müssen. In solchen Situationen sind durch den Zeitverlust während des Transportes in das nächste Krankenhaus gesundheitliche Schäden für Mutter und Kind möglich.
Klinikgeburten sind in Deutschland schon eher der Regelfall und werden mit etwa 98% durchgeführt. So bringen nahezu alle Schwangeren ihr Kind in einem Krankenhaus zur Welt. Wenn die Schwangere sich für eine Klinikgeburt entschieden hat, können sie und ihr Partner im Rahmen von Informationsveranstaltungen erfahren, ob die ausgewählte Klinik zu ihren Wünschen und Bedürfnissen passt. Die meisten Krankenhäuser bieten Informationsveranstaltungen an, bei denen auch persönliche Fragen beantwortet werden. Während der Geburt kann sich die Schwangere von ihrem Partner oder einer anderen Vertrauensperson begleiten und unterstützen lassen. Schwangere sollten sich überlegen, ob sie jemanden dabei haben möchten und ob die Person auch dabei bleiben soll, wenn unvorhergesehen ein Kaiserschnitt notwendig wird.
Die Geburt beginnt mit regelmäßig auftretender Wehentätigkeit und endet mit dem Ausstoßen der Plazenta (Mutterkuchen). Sobald die Wehen in einem Abstand von knapp zehn Minuten auftreten und etwa 30 bis 60 Sekunden lang andauern, ist es Zeit ins Krankenhaus zu fahren. Zu diesem Zeitpunkt kann die Fruchtblase schon geplatzt oder noch intakt sein. Bei der Aufnahmeuntersuchung im Krankenhaus wird noch einmal der Gesundheitszustand der werdenden Mutter und des Ungeborenen beurteilt. Ein Arzt untersucht die Lage des Kindes und die Öffnung des Muttermunds, schätzt das Geburtsgewicht und hört die Herztöne des Ungeborenen ab.
Die meisten Schwangeren ziehen eine Klinikgeburt einem anderen Ort zur Entbindung vor. Gründe hierfür sind eine optimale medizinische Betreuung und die Möglichkeit, sich noch einige Tage von den Strapazen der Geburt zu erholen, während das Baby in der Geburtsstation gepflegt wird. Aber keine Geburt ist zu 100 Prozent planbar. Daher kann es immer zu unvorhergesehenen Komplikationen kommen. Diese sind beispielsweise ein Dammriss, eine ungünstige Lage des Kindes sowie Nabelschnurkomplikationen. In Folge mancher Komplikationen kann ein Kaiserschnitt, eine Zangengeburt oder eine Saugglocken-Entbindung notwendig werden. Im Rahmen einer Klinikgeburt kann auf mögliche Risiken oder Komplikationen jedoch rasch reagiert werden, denn es stehen sowohl medizinische Geräte als auch medizinisches Personal zur Verfügung.
(Quelle: www.9monate.de)
Beitrag zuletzt aktualisiert am: 11.09.09 14:50