17.05.2012     13:48 Uhr
BabyCare ...gesunde Schwangerschaft

Wissenswertes rund um die Schwangerschaft


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Asthma

Asthmaanfälle in der Schwangerschaft gefährden nicht nur die Frau, sondern auch das ungeborene Kind. Bei jedem Anfall sinkt der Sauerstoffgehalt des Blutes. Darauf reagiert das werdende Kind sehr empfindlich, denn Sauerstoffmangel kann zu Schwangerschaftskomplikationen, zu einer verzögerten kindlichen Entwicklung und zu Fehlbildungen führen. Schlecht behandeltes Asthma verursacht einen Abfall des Sauerstoffgehaltes im mütterlichen Blut. Da der Fötus seinen Sauerstoff vom mütterlichen Blut erhält, wird ein erniedrigter Sauerstoffgehalt auch zum Abfall des Sauerstoffs im fetalen Blut führen. Dies kann das fetale Wachstum und Überleben gefährden. Der Fötus benötigt einen konstanten Sauerstoffbedarf für sein normales Wachstum und seine Entwicklung. In einigen Fällen brachten Asthmatikerinnen unreifere und kleinere Babys zur Welt. Studien beweisen, dass mütterliches Asthma, das ausreichend kontrolliert und behandelt wird, während einer Schwangerschaft nicht das Risiko von Mutter und Kind steigert. Diese Studien belegen weiterhin, dass ein direkter Zusammenhang zwischen niedrigem Geburtsgewicht und schlecht behandeltem Asthma besteht.

Die Ziele der Asthmabehandlung während der Schwangerschaft sind somit dieselben wie bei nicht schwangeren Patientinnen. Dabei sollen vor allem die Allergene und Reize gemieden werden, einschließlich der Kontakte zu Lieblingstieren und zu bronchialen Reizstoffen, wie z.B. Nikotingebrauch.

Weiterhin kann aber auch die Schwangerschaft das Asthma beeinflussen, z.B. im Bezug auf die Schwere der Erkrankung. Diese Beeinflussung kann jedoch von Frau zu Frau sehr unterschiedlich sein. Anhand ausführlicher Studien hat sich gezeigt, dass das Asthma sich bei 37 % der Frauen verschlechtert, bei 29 % verbessert und bei 34 % gleich bleibt. Dabei tendiert Asthma zu einer Verschlechterung zum Ende des 2. und zu Beginn des 3. Trimenons. Erfahrungsgemäß besteht weniger Asthma in den letzten vier Wochen der Schwangerschaft. Die Mehrzahl der Frauen mit kontrolliertem Asthma haben während der Arbeit und der Entbindung wenig Schwierigkeiten mit ihrer Erkrankung.
Wenn die Krankheit mit Medikamenten behandelt werden muss, sollten solche ausgewählt werden, die sowohl für die Mutter als auch für den Fötus verträglich sind. Viele Asthmamedikamente werden aber als unbedenklich während einer Schwangerschaft betrachtet. Falls die Mutter Kortison (Steroide) erhält scheint der Schwangerschaftsverlauf nicht ungünstig beeinflusst zu sein, solange das Asthma unter Kontrolle ist. Durch Asthmamedikamente scheint es also nicht zu vermehrten angeborenen Fehlbildungen zu kommen. Theoretisch jedoch mögen einige der Asthmamedikamente zum vermehrten Risiko für den Fötus beitragen. Beobachtungen bei Hunderten von schwangeren Asthmatikerinnen haben gezeigt, dass die meisten Asthmamedikamente geeignet sind für den Gebrauch in der Schwangerschaft. Das Risiko von unkontrolliertem Asthma erscheint größer als das Risiko einer notwendigen Asthmatherapie. Jedoch sollte auch in der Asthmabehandlung eine unnötige Tablettentherapie vermieden werden, wenn sie nicht unbedingt zur Behebung der Symptome notwendig ist. Grundsätzlich sind Aerosole und Sprays die bevorzugte Behandlung. Deshalb sollte die schwangere Asthmatikerin durch einen Facharzt überwacht werden, um die Asthmakontrolle zu optimieren. Einige Asthmatiker führen eine Hyposensibilisierung durch, um so dafür zu sorgen, dass die Beschwerden gegenüber den jeweiligen Reizstoffen eingedämmt werden. Dabei hat auch diese keinen ungünstigen Einfluss auf die Schwangerschaft, deshalb kann sie währende dieser fortgesetzt werden. Jedoch sollte sie nicht während einer Schwangerschaft begonnen werden und die Antigendosis sollte, wegen des Risikos einer allergischen (anaphylaktischen) Reaktion auf die Allergeninjektionen sorgfältig überwacht werden. Eine solche Reaktion , ist zwar selten, wenn sie aber auftritt, kann sie für Mütter und ungeborenes Kind gefährlich sein.

Nach der Geburt des Kindes gibt es keinen Grund wegen der Erkrankung und einer damit verbundenen medikamentösen Behandlung das Kind nicht zu stillen. Der Übertritt von Medikamenten in die Muttermilch kann zwar nicht immer genau abgeschätzt werden, aber es scheint keinen Beweis zu geben, dass Asthmamedikamente (Theophylline, Beta-Mimetika, DNCG, Steroide) und Heuschnupfentherapeutika (Antihistaminika) das gestillte Kind ungünstig beeinflussen. Ein gut kontrolliertes und gut behandeltes Asthma während einer Schwangerschaft ist wesentlich für die Gesundheit von Mutter und Fötus. Schwangere sollten daher regelmäßig überwacht werden, damit Asthmaverschlechterungen mit einem angemessenen Wechsel im Betreuungsprogramm rechtzeitig begegnet werden können. Werden Episoden mit schweren Asthmaanfällen vermieden, so haben nahezu alle Frauen mit Asthma bronchiale eine normale Schwangerschaft.


Beitrag zuletzt aktualisiert am: 13.12.11 10:55