Wissenswertes rund um die Schwangerschaft
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chronisch entzündliche Darmkrankheiten
Der Einfluss der chronisch entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis ulcerosa auf den Verlauf einer Schwangerschaft und die Gesundheit des Kindes wurde in zahlreichen Studien untersucht. Generell kann davon ausgegangen werden, dass ein unkomplizierter Schwangerschaftsverlauf bei Frauen mit Morbus Crohn und Colitis ulcerosa in etwa 85% zu beobachten ist. Fehlbildungen werden sowohl bei Morbus-Crohn- als auch bei Colitis-ulcerosa-Patientinnen nur in etwa 1% beobachtet. Auch für Fehlgeburten besteht allgemein kein erhöhtes Risiko.
Diese Zahlen entsprechen den Zahlen, die man bei völlig gesunden Frauen beobachten kann. Es muss betont werden, dass eine Schwangerschaft auch bei völlig gesunden Frauen nicht in allen Fällen normal verläuft, sondern auch hier in etwa 15% Schwangerschaftsprobleme und kindliche Komplikationen auftreten können. Obwohl eine Schwangerschaft bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen allgemein einen vergleichbar günstigen Verlauf wie bei gesunden Frauen nimmt, zeigen verschiedene Untersuchungen, dass eine höhere entzündliche Aktivität zum Zeitpunkt der Zeugung sowohl bei Morbus-Crohn- als auch bei Colitis-ulcerosa-Patientinnen den Verlauf einer Schwangerschaft ungünstig beeinflussen kann und zu einer deutlichen Zunahme von Schwangerschaftskomplikationen führen.
Was können Sie vorsorglich tun? Ein ausführliches ärztliches Gespräch und eine Laboruntersuchung zur Beurteilung der entzündlichen Aktivität und zum Ausschluss von Mangelerscheinungen sollte in der Regel jedoch vor einer geplanten Schwangerschaft erfolgen. Auch eine Ultraschalluntersuchung des Bauches und des Darmes durch einen erfahrenen Untersucher kann wichtige Befunde liefern. In der überwiegenden Zahl der Fälle hat eine Schwangerschaft keinen Einfluss auf die Aktivität und die Remissionserhaltung einer chronisch entzündlichen Darmerkrankung, obwohl in einzelnen Fällen eine deutliche Verbesserung oder Verschlechterung des Erkrankungsverlaufes der chronisch entzündlichen Darmerkrankung beobachtet werden kann. Die medikamentöse Therapie bei Schwangeren mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen stellt somit ein besonderes Problem dar, hier bestehen große Unsicherheiten und viele Fragen. Vorab soll auch darauf hingewiesen werden, dass auf den Beipackzetteln fast aller Medikamente von einer Einnahme in der Schwangerschaft abgeraten wird und dass eine Einnahme nur nach strenger Indikationsstellung erfolgen sollte. Diese Indikationsstellung kann nur für die individuelle Patientin im Einzelfall entschieden werden und sollte nach ärztlicher Beratung durch versierte Spezialisten erfolgen.
Beitrag zuletzt aktualisiert am: 13.12.11 10:58