17.05.2012     13:54 Uhr
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Gestose, HELLP-Syndrom

Es wird bei der Gestose zwischen einer Früh- und einer Spätgestose unterschieden. Eine Frühgestose tritt in den ersten 3 Schwangerschaftsmonaten auf, klingt nach ca. 3 Monaten aber wieder ab. Merkmale einer Frühgestose sind ein hoher Blutdruck mit Werten über 140/90 mm Hg, vermehrtes Erbrechen und starke Kopfschmerzen. Die Ursache ist, wie auch bei einer Spätgestose, ungeklärt.
Die Spätgestose ist eine Form der Gestose, die im letzten Drittel der Schwangerschaft auftreten kann. Eine der Spätgestosen ist die EPH-Gestose (E edema = Ödeme, P proteinurie = erhöhtes Eiweiß im Urin, H = Hypertonie = Bluthochdruck). Von der EPH-Gestose (oder"Schwangerschaftsvergiftung" genannt) sind ungefähr 5 – 10% aller Schwangerschaften betroffen. Es gibt keine einzelnen Ursachen für diese Erkrankung, sie wird z.B. nicht durch Bakterien oder Viren ausgelöst. Es gibt aber viele Hinweise darauf, dass die klassische Gestose mit den Symptomen Wassereinlagerungen in den Beinen und Händen (Ödeme), erhöhtem Blutdruck und Eiweiß im Urin durch akuten Nährstoffmangel entsteht. Deswegen wird sie auch zunehmend "Stoffwechselstörung der Spätschwangerschaft" genannt. Die EPH-Gestose ist bis zu 50% verantwortlich für Frühgeburten. Deswegen ist es fast größtes Ziel, eine zu frühe Entbindung so weit wie möglich zu verhindern. Manchmal muss aber trotzdem im Interesse von Mutter und Baby die Geburt vor dem Termin stattfinden.
 
Symptome:
  • Plötzlicher Blutdruckanstieg ab dem 7. Schwangerschaftsmonat, Wassereinlagerungen (= Ödeme) zunächst in den Beinen und Händen, dann im Gesicht, trotz Bettruhe.
  • Es kommt bei der EPH Gestose zur Verengung der Blutgefässe, und so zu einem enormen Blutdruckanstieg.
  • Da durch die Verengung der Blutgefässe die Plazenta minderdurchblutet wird, ist die sekundäre Sectio (ungeplanter (Not)Kaiserschnitt) oft die einzige Möglichkeit der Gestose ein Ende zu setzten. In schweren Fällen der Gestose kann die Mutter lebensbedrohlich erkranken, so dass es auch hier zu einer sofortigen Sectio kommen muss.
  • Treten in einer Spätgestose zusätzlich noch Krampfanfälle der Mutter auf, so handelt es sich um eine Eklampsie, die für Mutter und Kind lebensbedrohlich sein kann. Auch hier wird die Schwangerschaft in der Regel sofort durch einen Kaiserschnitt beendet.
  • Jede Gestose stellt ein hohes Risiko für eine Frühgeburt dar. Zwar wird versucht, die Schwangerschaft so lange wie möglich zu erhalten, bis das Kind allein lebensfähig ist, bei einer starken Gestoseform muss jedoch abgewägt werden und die Gesundheit der Mutter primär betrachtet werden.
 
HELLP-Syndrom (H=Hämolyse, EL=elevated liver enzymes, LP=low platelet count = niedrige Thrombozytenzahl)
Das HELLP Syndrom ist eine äußerst schwere Form der Gestose. Es macht sich bei der Schwangeren mit starken Oberbauchbeschwerden, Erbrechen und starker Hypertonie bemerkbar. Die Blutgerinnungswerte verschlechtern sich drastisch und bestimmte Leberwerte steigen an. Meist tritt das HELLP-Syndrom im dritten Trimenon auf. Da diese Erkrankung für Mutter und Kind lebensgefährlich ist, ist eine schnellstmögliche Entbindung (Notkaiserschnitt) notwendig.
Die Ursache des HELLP-Syndroms ist weitgehend unbekannt. Es kommt bei Mehrfachgebärenden häufiger vor, als bei Erstgebärenden. Auf 300 Geburten kommt ca. 1 Krankheitsfall (Angabe Klinikleitfaden Gynäkologie / Geburtshilfe). Das Wiederholungsrisiko für ein HELLP-Syndrom ist mit 2,5% relativ gering.
 
Vorbeugemaßnahmen:

Leider gibt es nicht viel, was Sie tun können, da die Ursachen des HELLP-Syndroms noch weitestgehend ungeklärt sind. Erfahrungen haben gezeigt, dass eine gute, ausgewogene Ernährung mit einer eiweißreichen und salzreichen Kost einen positiven Einfluss auf den Verlauf der Schwangerschaft hat und das Gestoserisiko vermindert.


Beitrag zuletzt aktualisiert am: 13.12.11 11:02