17.05.2012     13:55 Uhr
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Grippe

Zu unterscheiden ist zunächst der grippale Infekt von der echten Grippe. Einfache Erkältung oder echte Grippe – die Unterscheidung ist nicht schwer, aber von großer Bedeutung. Erkältungen stecken wir meistens ohne Probleme weg.
 
Der grippale Infekt ist eine Ansteckungskrankheit, die jedoch in erster Linie keine gefahr für Mutter oder Kind darstellt. Schwangere sollten den grippalen Infekt daher mit bewährten Hausmitteln behandeln. Dazu finden sie einige hilfreiche Tipps in dem Bericht über Erkältungen.
Die echte Grippe – ausgelöst durch Influenza-Viren – hat nach Angaben des Robert Koch Instituts in der vergangenen Saison in Deutschland nicht wenige Tote gefordert. Der wichtigste Unterschied ist gleich zu Beginn einer Infektion zu beobachten. Die Grippe beginnt schlagartig innerhalb weniger Stunden mit hohem Fieber, starkem Krankheitsgefühl und Kopf- und Muskelschmerzen. Eine Erkältung schleicht sich manchmal über Tage langsam ein. Der beste Grippeschutz ist immer noch die Impfung. Heute gibt es aber auch zwei Wirkstoffe (Neuraminidasehemmer, z.B. Tamiflu), die, in den ersten 48 Stunden nach der Infektion eingenommen, den Krankheitsverlauf stark abschwächen. Den typischen schlagartigen Beginn der „echten“ Grippe zu erkennen, ist deshalb für die Behandlung mit den neuen Medikamenten wichtig. Über die Anwendung von Neuraminidasehemmern in der Schwangerschaft und Stillperiode liegen derzeit allerdings keine Studien vor, ein teratogener Effekt ist allerdings bisher nicht nachgewiesen.
Es gibt keine Beweise für eine Gefährdung des Fötus durch eine Influenza. Da das Virus nicht im Blut zirkuliert, besteht kaum Gefahr, dass es die Plazentaschranke passiert. Bei Schwangeren kann die Erkrankung allerdings schwerer verlaufen als sonst. Eine Grippeschutzimpfung während der Schwangerschaft (jedoch besser nicht im ersten Schwangerschaftsdrittel) ist möglich.
Neuere Studien in den USA haben darauf hingewiesen, dass vor allem Schwangere durch Influenza gefährdet sind. Dies war vor allem signifikant, wenn das letzte Schwangerschaftsdrittel und die Geburt in die Influenza-Saison fielen. Daher wird in den USA empfohlen, sich in den letzten sechs Schwangerschaftsmonaten impfen zu lassen. In einer Studie mit 2.000 geimpften Schwangeren erwies sich die Impfung als gut verträglich, und es konnte kein erhöhtes Risiko einer Impfkomplikation nachgewiesen werden.
(Quelle: Robert Koch Institut)

Beitrag zuletzt aktualisiert am: 13.12.11 11:03