17.05.2012     13:55 Uhr
BabyCare ...gesunde Schwangerschaft

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HPV-Viren

Humane Papillomaviren sind Viren, die Haut- und Schleimhautzellen infizieren. Es gibt davon mehr als 150 Typen. Bei einer Infektion kommt es zu einer Warzenbildung der betroffenen Haut- oder Schleimhautstellen. Im Genital- und Afterbereich bilden sich Feigwarzen. Nicht selten bilden sich gutartige Tumore. Einzelne Subtypen führen zu präkanzerösen Veränderungen im Genitalbereich, die sich zu echten Karzinomen weiterentwickeln können. Die Tatsache, dass in ungefähr 90 % der Gebärmutterhalskarzinome High-risk-Typen vorkommen (HPV16 (50 %), HPV18 (20 %)) unterstreicht die Bedeutung der HPV-Infektion bei diesem Karzinom, welches weltweit die zweithäufigste Krebstodesursache bei Frauen ist. Diese Hochrisikotypen liegen bei 99% Betroffenen mit Gebärmutterhalskrebs auf.
In Deutschland sind 20% aller Frauen mit einem HPV Virus infiziert, 5% mit dem sehr aggressiven Typ 16, der ein hoher Risikofaktor für den Gebärmutterhalskrebs darstellt. In die Studie waren auch Schwangere einbezogen, von denen 21% das Virus aufwiesen. HPV kann auf das Kind übertragen werden. Auch gibt es Hinweise, dass eine HPV Infektion in der Frühschwangerschaft zu vermehrten Fehlgeburten führt.
Vor und in der Schwangerschaft sollten bestehende Warzen durch Laser oder Vereisung entfernt werden. Ein HPV Test kann beim Frauenarzt durchgeführt werden. Die Kostenübernahme ist bei den Krankenkassen unterschiedlich geregelt.
Die Schwangerschaft selbst kann sich trotz HPV normal entwickeln, jedoch verändert sich in der Schwangerschaft die Immunlage. So findet man häufiger Condylomata acuminata in dieser Zeit. Befinden sich ausgeprägte Feigwarzen im Geburtskanal, kann sich das Kind bei der Geburt mit dem Virus infizieren. Daher sollte eine Therapie vor der Geburt durchgeführt werden.
Unter bestimmten Umständen, z.B. bei ausgeprägtem Befall wird ein Kaiserschnitt empfohlen.

Frauen mit HPV wird unabhängig von einer bestehenden Schwangerschaft geraten, mindestens einmal jährlich, jedoch besser halbjährlich einen Abstrich vom Gebärmutterhals nehmen zu lassen.


Beitrag zuletzt aktualisiert am: 13.12.11 11:04