17.05.2012     14:00 Uhr
BabyCare ...gesunde Schwangerschaft

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Schwangerschaftsdiabetes

Fast 4% aller Schwangerschaften sind durch das Auftreten eines Diabetes mellitus kompliziert. Es handelt sich dabei um eine Blutzuckererhöhung, die durch die Schwangerschaft ausgelöst wird und nach der Entbindung wieder verschwindet. Sie tritt häufiger bei Frauen im Alter über 30 Jahren oder mit familiärer Belastung durch Alterszucker auf. In einigen europäischen Ländern wird bei den Vorsorgeuntersuchungen in der Schwangerschaft nach einem solchen "Gestationsdiabetes" gefahndet; beim Untersuchungstermin beim Frauenarzt bekommen die Schwangeren (im Zeitraum zwischen der 24. und 28. Schwangerschaftswoche) als Suchtest einen Trunk mit 50g Glucose und eine Stunde später wird der Blutzucker gemessen. Liegt der Blutzucker dann unter 140 mg/di [7,8 mmol/l], gilt der Test als unauffällig, liegt der Wert höher, sollte ein sog. "oraler Glucosetoleranztest" durchgeführt werden.
Schwangere, die zu einer Gruppe mit erhöhtem Risiko für das Auftreten eines Schwangerschaftsdiabetes gehören, sollten bereits in den ersten zwölf Wochen der Schwangerschaft mit dem Suchtest überprüft werden. Bei negativem Testergebnis sollte auf jeden Fall in der 32. bis 34. Schwangerschaftswoche nochmals der Suchtest durchgeführt werden, um einen evtl. doch aufgetretenen Diabetes nicht zu übersehen.
Nach einer Schwangerschaft, die durch einen Schwangerschaftsdiabetes kompliziert war, sollte anschließend (spätestens nach Abschluss der Stillperiode) der Zuckerstoffwechsel überprüft werden. Unbedingt sollte jedoch daran gedacht werden, bei einer späteren Schwangerschaft bereits in den ersten zwölf Wochen erneut nach einem Schwangerschaftsdiabetes zu suchen und bei negativem Ergebnis die anderen Untersuchungstermine (24.-28. Woche und ggf. 32.-34. Woche) nicht zu vergessen.
Ist durch die Untersuchungen ein Schwangerschaftsdiabetes gesichert, müssen die engen Stoffwechselzielbereiche wie bei schwangeren Diabetikerinnen angestrebt werden. Ist dies durch eine rein diätetische Behandlung nicht möglich, muss kurzfristig auch eine Insulinbehandlung begonnen werde. Eine Behandlung mit blutzuckersenkenden Tabletten ist in der Schwangerschaft nicht möglich.

Beitrag zuletzt aktualisiert am: 13.12.11 11:10