21.04.2014     16:41 Uhr
BabyCare ...gesunde Schwangerschaft

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Zwillings- und Mehrlingsschwangerschaften

Wenn eine Frau durch ihren Arzt erfährt, dass sie schwanger ist, so ist dies für sie meist ein Grund zur Freude. Wenn man dann aber erfährt, dass es Zwillinge oder sogar Mehrlinge werden sollen, ist dies oft ein Schock für die werdende Mutter und ihre Familie.

 

Bei Zwillingen wird unterschieden zwischen eineiigen (erbgleichen) und zweieiigen Zwillingen. Die eineiigen Zwillinge entstehen, indem sich ein befruchtetes Ei in zwei gleiche Embryonalanlagen teilt. Dieses Teilung der Eizelle findet in der ersten Woche nach der Befruchtung statt. In der Regel hat jeder Zwilling seine eigene Fruchtblase, wobei die Plazenten allerdings ineinander übergeht. Weiter sind eineiige Zwillinge immer gleichgeschlechtlich. Zweieiige Zwillinge entstehen aus zwei verschiedenen befruchteten Eizellen. Sie können sich aus dem Grund auch in Geschlecht, Haarfarbe, Blutgruppe etc. unterscheiden. Zwillinge kommen in etwa 1:85 Geburten vor. 70% davon sind zweieiig, 30% eineiig. Bei Drillingen ist eine unter 7225 Geburten eine Mehrlingschwangerschaft. Dabei kommen Mehrlingsschwangerschaften häufig nach Kinderwunschbehandlungen zu Stande.

Die Diagnose einer Zwillings- oder Mehrlingsschwangerschaft erfolgt im Rahmen der ersten Ultraschalluntersuchung in der 5. bis 8. Schwangerschaftswoche. Hinweiszeichen auf Mehrlingsschwangerschaften sind oft: anhaltend schwere Übelkeit am Morgen. Dies können dann jedoch nur Schwangere feststellen, die schon einmal schwanger waren, um so einen Vergleich zu haben, welches Maß an Übelkeit normal ist. Weiterhin ist auch ungewöhnlich rasche Gewichtszunahme ein Anzeichen für eine Mehrlingsschwangerschaft. Der Arzt erkennt eine Mehrlingsschwangerschaft auch am größeren Entwicklungsstand des Uterus. Wenn der Arzt dann eine Zwillingsschwangerschaft diagnostiziert, wird er die Schwangere sofort also Risiko-Schwangere einordnen, da diese Schwangerschaften generell als Risiko-Schwangerschaften gelten. Durch diesen Begriff sollte die werdende Mutter sich jedoch nicht verunsichern lassen. Gemeint ist lediglich, dass mögliche Risiken durch besonders intensive Vorsorge und Überwachung von vornherein ausgeschaltet werden sollen.

 

Mehrlingsmütter leiden häufiger unter Schwangerschaftsbeschwerden, dabei sind die Beschwerden oft auch stärker ausgeprägt, schließlich wachsen zwei Kinder in der Gebärmutter heran, was den Körper der Schwangeren natürlich mehr belastet. Schon in den ersten Wochen stellt sich der Körper der Schwangeren darauf ein. Die Blutmenge steigt an, die Gebärmutter wird größer. Deshalb kann die Gewichtszunahme in der ersten Zeit der Schwangerschaft ein Zeichen dafür sein, dass Zwillinge unterwegs sind. Bis zur zwölften Woche haben manche Zwillingsmütter bereits etwa 6 Kilo zugelegt. Bis zur Geburt der Kinder sind es meistens 17 bis 20 Kilo (bei einem Kind sind es 8 bis 13 Kilo). Damit es ihnen und den beiden Ungeborenen gut geht, sollten werdende Zwillingsmütter deshalb während der Schwangerschaft einiges beachten.

  • Zwillingsmütter müssen mehr trinken. Am besten jede Stunde ein Glas Wasser. Das ist das beste Mittel, den Blutdruck und die Gefahr einer Gestose niedrig zu halten.
  • Zwillingsmütter sollten genauso wie andere werdende Mütter auf ihre Ernährung achten. Wichtig ist eine ausgewogene Ernährung mit viel Obst, Gemüse, Vollkorn- und Milchprodukten. Aus Furcht, zu sehr zuzunehmen, sollten Sie auf keinen Fall Diät machen. Sie brauchen aber auch nicht für drei essen.
  • Trotz ausgewogener Ernährung kann es bei Zwillingsschwangerschaften zu Mangelzuständen kommen. Viele Ärzte empfehlen deshalb, prophylaktisch Jod und Eisenpräparate zu sich zu nehmen.
  • Komplikationen in der Schwangerschaft sind etwas erhöht, deshalb werden Mehrlingsschwangerschaften noch intensiver beobachtet. Bei Gefahr vorzeitiger Wehen sollten sie Überanstrengung und Stress vermeiden. Insbesondere im kritischen siebten und achten Monat sollten Sie sich schonen, um eine Frühgeburt zu vermeiden. Manche Frauen können schon ab der 28. Woche nicht mehr arbeiten.
  • Wegen der höheren körperlichen Belastung und möglichen Risiken sollten Sie sich also viel Ruhe gönnen. Die Schwangere benötigt v.a. in den letzten Wochen der Schwangerschaft viel Ruhe.

Nach der Geburt sind viele Zwillingsmütter der Meinung, die Milch reiche nicht um zwei Kinder zu stillen. Das stimmt jedoch meist nicht, der Körper der Frau muss sich nur auf diesen Zustand einstellen, was einige Tage dauern kann. So sollten sie ihrem Körper also etwas Zeit geben, um sich auf das Stillen von zwei Kindern einstellen. Danach ist dies aber dann meist problemlos möglich.

Weiterhin sollten Zwillingsmütter eher beginnen, sich für die Geburt vorzubereiten, denn Zwillinge werden in der Regel früher geboren. Durchschnittlich in der 37. Woche. In der 38. Woche gelten sie als zum Termin geboren. Natürlich sind die Kinder daher meist kleiner und leichter als andere Kinder. Schon ab der 24. Woche wird es den zwei Ungeborenen allmählich eng im Bauch. Zwischen der 26. und 28. Woche wiegen die Zwillinge zusammen rund drei Kilogramm. Die Spannung in der Gebärmutter erhöht sich, was zu vorzeitigen Wehen führen kann.

Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb bei Zwillingsschwangerschaften besonders wichtig. Im letzten Drittel der Schwangerschaft kann es daher nötig sein, jede Woche zur Untersuchung zu gehen.

Bei etwa 50% der Schwangeren verläuft die Geburt von Zwillingen spontan und normal, wobei es lediglich eine leicht verlängerte Eröffnungsperiode gibt. Die Wehen sind dabei manchmal schwächer und seltener. Infolgedessen kann sich der Ablauf verzögern. Dann braucht man Geduld, in manchen Fällen müssen aber dann auchwehenfördernde Mittel eingesetzt werden. Nach etwa 30minütiger Wehenpause erfolgt die Geburt des 2. Zwillings, welche dann meist sehr schnell geht. Darin liegt allerdings auch eine Gefahr für das zweite Baby, denn ohne Geburtsstress fällt es ihm schwerer, sich auf das Leben außerhalb des Mutterleibes umzustellen. Die Geburt des zweiten Kindes darf deshalb nicht zu lange nach der des ersten beginnen. Die Nachgeburt (Plazenta) wird meist erst nach der Geburt beider Kinder ausgestoßen. Während der Geburt sollte aber auf jeden Fall auch ein Kinderarzt mit im Kreißsaal sein.

 

Es ist immer empfehlenswert sich die Kliniken bzw. den Kreissaal der Kliniken während der Schwangerschaft, möglichst vor der 32. SSW, anzusehen. Dazu bieten heute alle Kliniken Kreissaalbesichtigungstermine an. So haben Sie auch die Möglichkeit die Hebammen der jeweiligen Klinik kennen zu lernen, sich zu informieren und sich die unterschiedlichen Angebote zeigen zu lassen. Für eine Zwillingsgeburt ist es sinnvoll, sich eine Klinik mit gynäkologischen OP Bereich auszusuchen, da Zwillinge häufig auch per Kaiserschnitt entbunden werden. Diese Möglichkeit besteht aber heute in fast allen Kliniken. Des weiteren empfehlen manche Ärzte bei Zwillingsentbindungen eine Klinik mit Nähe zu einer Kinderklinik oder sogar interner Neonatologie zu wählen, so dass die Kinder bei Komplikationen unter der Geburt direkt und ohne Zeitverlust, durch eine notwendige Verlegung in ein anderes Krankenhaus, versorgt werden können. Verläuft die Schwangerschaft normal und treten die Wehen nicht vorzeitig ein, so ist dies kein notwendiges Kriterium für die Klinikwahl.

 

Beitrag zuletzt aktualisiert am: 03.11.11 14:04