Angst vor den Schmerzen während der Geburt – das können Sie tun

Angst vor den Schmerzen während der Geburt ist natürlich, doch kann sie im ungünstigen Fall zur Verlängerung des Geburtsvorgangs beitragen.
Angst vor den Schmerzen während der Geburt ist natürlich, doch kann sie im ungünstigen Fall zur Verlängerung des Geburtsvorgangs beitragen.

Sicher beschäftigt sich jede Frau, die ein Kind erwartet, vor der Entbindung mit der Frage, ob und wie sie mit den Schmerzen zurechtkommen kann. Tatsächlich sind die Schmerzen während der Entbindung nicht mit anderen Schmerzen vergleichbar. Sie entstehen vor allem dadurch, dass sich innerhalb des Körpers immer wieder der Gebärmuttermuskel zusammenzieht und die Kontraktionen den Muttermund öffnen und das Baby nach unten schieben. Auch durch die Öffnung des Muttermundes an sich entstehen Schmerzen.

Angst? – Vorbereitung tut gut!

Angst vor den Schmerzen kann dazu führen, dass Sie diese besonders stark wahrnehmen. Unter Angst können Sie sich schlecht entspannen und Sie verkrampfen sich. Das kann dann dazu führen, dass sich die gesamte Geburt in die Länge zieht und die Schmerzen umso größer werden oder zumindest von Ihnen stärker wahrgenommen werden.

Setzen Sie sich mit Ihren Ängsten auseinander, sprechen Sie auch mit Ihrer Hebamme, Ihrem Partner oder einer Freundin über Ihre Ängste. Auch in Geburtsvorbereitungskursen geht es darum, Ihnen Ihre Ängste zu nehmen. Es werden Entspannungsübungen vorgestellt, die unter der Geburt helfen können. Sie lernen außerdem, wie Sie die Wehen „veratmen“. Der Partner erfährt, wie er mit einer Massage während der Wehen zur Entspannung der Frau beitragen kann. Vertrauen in sich selbst und den eigenen Körper ist vielleicht am wichtigsten. Für viele Mütter werden die Schmerzen auch dadurch aushaltbar, dass sie mit jeder Wehe auf den Moment hinarbeiten, in dem sie ihr Kind im Arm halten.

Wenn die Schmerzen für Sie nicht aushaltbar sind, gibt es verschiedene medikamentöse Möglichkeiten der Schmerzlinderung bis hin zum Ausschalten der Schmerzen mittels PDA. Sprechen Sie bereits bei der Vorstellung in der Geburtsklinik über Ihre Ängste und loten Sie mit den Geburtshelferinnen die verschiedenen Möglichkeiten aus, die für Sie in Frage kommen.

Wie können die Schmerzen während der Geburt gemildert werden?

Jede Schwangere erlebt jede Geburt anders. In Geburtsvorbereitungskursen bekommen Sie gute Tipps dazu, wie Sie Verspannungen abbauen und Schmerzen durch Atemtechniken verarbeiten können. Falls Sie sehr viel Angst vor den Schmerzen haben, kann eine PDA während der Geburt den Schmerz gänzlich ausschalten. Es gibt außerdem eine Reihe weiterer Medikamente wie allgemeine Schmerzmittel, Beruhigungsmittel, krampflösende Mittel oder auch narkotisierende Mittel (Lachgas), die aber alle auch Nebenwirkungen für die Mutter und das Kind mit sich bringen können. Möglich ist auch eine Verringerung der Schmerzen mittels Akupunktur. Während der Geburt werden Sie nach der Stärke der Schmerzen gefragt und können sich dann entscheiden, ob und wenn ja welche Medikamente oder welche Methode für Sie in Frage kommen.

Gibt es auch alternative Heilmethoden gegen die Geburtsschmerzen?

In der modernen Geburtsbegleitung werden zunehmend alternative Methoden zur Schmerzlinderung eingesetzt, die auch einen positiven Beitrag zu Entspannung und Wohlbefinden leisten. Dabei gibt es bereits verschiedenste Methoden, die jedoch eine gewisse Vorbereitungszeit in Anspruch nehmen. So müssen Sie damit mindestens 6 bis 8 Wochen vor der Geburt beginnen und üben. Sprechen Sie Ihre Hebamme auf die folgenden Möglichkeiten an:

– Hypnose
– Akupunktur
– Autogenes Training

Natürlich kann auch Homöopathie positiv wirken. Es gibt eine Reihe von Mitteln, die unter anderem bei Wehenschmerzen, Unruhe, Angst und Wundschmerzen eingesetzt werden. Fragen Sie dazu am besten eine homöopathisch ausgebildete Hebamme. Sie sollten beim Einsatz von Homöopathie wissen: Es gibt dazu keine klinischen Studien und es kann auch nicht angegeben werden, welche Mittel für welche Krankheiten oder Beschwerden eingesetzt werden können. Es handelt sich hierbei immer um Erfahrungswissen, weshalb es besonders wichtig ist, auf den Erfahrungsschatz einer gut ausgebildeten Homöopathin zu vertrauen.

Wichtig sind aber auch die Geburtsvorbereitungskurse und das Beckenbodentraining. Eine gute Vorbereitung und ein Training vor der Geburt nehmen Ihnen die Angst und können die Geburt verkürzen sowie die Geburtsschmerzen senken. Denken Sie auch daran, dass es bestimmte alternative Geburtsmethoden gibt, die den Geburtsverlauf erleichtern und somit die Schmerzen reduzieren können. Hier ist zum Beispiel die Wassergeburt zu nennen.

Bild-Copyright © Kelly Sue DeConnick/flickr (CC BY-SA 2.0)