Das Gläschen Sekt und die Milchproduktion

Sei es auf einer Feier oder beim romantischen Dinner mit Ihrem Partner. Der Konsum von alkoholischen Getränken ist fest in unserer Gesellschaft verankert und auch Sie als Schwangere haben vielleicht schon manches Mal darüber nachgedacht. Dabei ist es  wichtig zu verstehen, dass Sie vom ersten Tag Ihrer Schwangerschaft bis zum letzten Tag des Stillens eine ganz besondere Beziehung zu Ihrem Baby haben.

Während der Schwangerschaft gelangt Alkohol über die Nabelschnur und die Plazenta in den Blutkreislauf des Ungeborenen. Es bedarf nur weniger Minuten bis der Fötus und Sie einen identischen Alkoholspiegel aufweisen. Dabei reicht schon ein einziger erhöhter Alkoholkonsum aus, um die Gesundheit des werdenden Kindes zu gefährden. Denn Sie sollten sich immer bewusst sein, dass Alkohol ein Zellgift ist. Im Gegensatz zu Ihnen braucht Ihr ungeborenes Baby aber sehr viel länger, um den Alkohol abzubauen. Seine Organe sind noch nicht voll entwickelt, deswegen fällt es seinem Organismus viel schwerer, den Blutalkoholspiegel wieder zu senken. Der Körper Ihres Babys ist also der schädigenden Wirkung des Alkohols weit länger ausgesetzt.

Wirklich kritisch wird es für die befruchtete Eizelle ab ca. 10 bis 14 Tagen nach der Befruchtung. Von diesem Moment an wird der Embryo über Ihren Blutkreislauf mit Nährstoffen versorgt. Sie haben von Ihrer Schwangerschaft nichts gewusst und haben gerade in den ersten Tagen Alkohol konsumiert? Normalerweise können Sie beruhigt sein, da sich stark geschädigte Eizellen nicht weiter teilen und erst gar nicht in die Gebärmutter einnisten. Sie werden anschließend mit einer verzögerten Regelblutung ausgestoßen.

Die gesundheitlichen Folgen von Alkoholkonsum für Ihr Baby werden einerseits vom Zeitpunkt und andererseits von der aufgenommenen Menge bestimmt. In der Frühphase der Schwangerschaft verursacht Alkohol schwerwiegende körperliche Schäden, während im späteren Verlauf Wachstumsstörungen, nervöse Auffälligkeiten und geistige Entwicklungsstörungen beim Kind zu beobachten sind. Schätzungen gehen davon aus, dass allein in Deutschland pro Jahr etwa 8.000 Babys mit alkoholbedingten Schäden geboren werden. Etwa 2000 von ihnen weisen das »Fetale Alkoholsyndrom (FAS)« auf,  hierbei handelt es sich um die schwerste Form der Schädigung. Betroffene Kinder sind meist ein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen, Heilungschancen bestehen kaum.

Auch während des Stillens gelangt Alkohol in die Muttermilch und behindert so den Schlaf-Wach-Rhythmus des Neugeborenen. Dass ein Gläschen Sekt die Milchproduktion anregen würde, konnte übrigens in Untersuchungen widerlegt werden. Mehr noch: Der fatale Umtrunk kann den Milchfluss sogar vermindern.

In Frankreich ist der Warnhinweis »Der Konsum von alkoholhaltigen Getränken während der Schwangerschaft kann selbst in geringen Mengen schwere Konsequenzen für die Gesundheit des Kindes nach sich ziehen« –ohnehin  seit 2007 Pflichtdeklaration für alkoholhaltige Produkte.

Gründe, während und nach der Schwangerschaft auf Prosecco & Co zu verzichten, gibt es also viele, wir empfehlen Ihnen daher von Beginn an den absoluten Verzicht.