Der Grillmeister ruft!

Schwangere müssen nicht auf Gegrilltes verzichten
Schwangere müssen nicht auf Gegrilltes verzichten

Nun ist es soweit, der Sommer ist da! Ein Anlass für uns, in den kommenden Wochen Themen aufzugreifen, die für Schwangere während der heißen Jahreszeit von besonderem Interesse sind und diese im Rahmen eines „Sommerratgebers für Schwangere“ zu erläutern.

Gegrillte Speisen – müssen Schwangere verzichten?

Die Sommerzeit leiten viele genussvoll mit Grillen ein, denn was macht mehr Spaß als ein gemütliches Zusammensein mit Freunden und Familie im Freien, kombiniert mit leckerem Essen? Doch für die Schwangeren – gerade wenn es sich um die erste Schwangerschaft handelt – stellt sich bei vielen Themen die Frage: Was darf ich, was darf ich nicht? Dies trifft unter anderem auf das Thema Ernährung zu, denn alles, was Schwangere essen, steht gleichzeitig auch auf dem Speiseplan ihres ungeborenen Kindes. Hierzu zunächst eine sehr gute Nachricht: Grundsätzlich müssen Schwangere nicht auf Gegrilltes verzichten! Dennoch gibt es einige Dinge, die Sie bei einem Grillabend beachten sollten.

Infektionsgefahr verringern

Auch wenn nicht jede Infektion zu Komplikationen während der Schwangerschaft führen muss, hat die Verringerung von Infektionsrisiken oberste Priorität. Es gilt also: Die gegrillten Speisen müssen komplett durchgegart sein. Dies trifft insbesondere auf das Fleisch zu, denn rohes oder zu wenig gegartes Fleisch kann eine mögliche Infektionsquelle für Sie und Ihr ungeborenes Kind sein. So ist auch die Einhaltung der durchgehenden Kühlkette von besonderer Bedeutung.

Wichtig ist ebenfalls, das rohe Grillfleisch immer abgedeckt und getrennt von anderen Lebensmitteln zu lagern. Dies gilt insbesondere für diejenigen Produkte, die nicht gegrillt werden (z.B. Salate) oder Desserts. Natürlich sollten die gegrillten und gegarten Speisen nicht auf dieselbe Unterlage gelegt werden, auf der die rohen Lebensmittel gelagert wurden. Am besten sollen Sie auch vermeiden, denselben Löffel für mehrere Gerichte zu verwenden. Und wenn Sie Kontakt mit rohem Fleisch hatten, sollten Sie sich immer gründlich die Hände waschen.

Verzichten sollen Sie gänzlich auf Rohmilchprodukte sowie Produkte, die rohe Eier beinhalten (z.B. Aioli, selbst gemachte Mayonnaise oder Desserts) – dies ebenfalls aufgrund der erhöhten Infektionsgefahr. Auch wenn ein Gläschen Bier oder Wein den Grillabend perfekt zu vervollständigen scheint, sollen Sie auf alkoholfreie Alternativen zurückgreifen. Und zum Schluss – auch wenn es sich selbstverständlich anhört – verwenden Sie die Soße, in der das Grillfleisch mariniert wurde, auf keinen Fall als Würzbeilage für das fertige Grillgut.

Aber bitte gut durch! (und Aluminiumschale nicht vergessen)

Die Gefahr einer Infektion lässt sich verringern, wenn Sie nur durchgegartes Fleisch essen, welches komplett warm und von innen nicht mehr rosa ist. Doch Achtung! Wenn das Fleisch von außen angebrannt ist, bedeutet das nicht automatisch, dass es auch von innen gut durchgegart ist. Schneiden Sie also das Fleisch durch und prüfen Sie den Garzustand – übrigens sollten Sie das verbrannte Fleisch an den Außenseiten des Grillgutes nicht essen.

Um ganz sicher zu gehen, können Sie das Grillgut auch zunächst im Backofen zubereiten und anschließend nur noch für den typischen Geschmack auf den Grill legen. Zusätzlich zu beachten: Wenn Sie tiefgefrorene Lebensmittel grillen wollen, sollten diese zunächst ganz auftauen.

Beginnen Sie auch erst mit dem Grillen, wenn die Grillkohle glühend rot und mit einer puderartigen grauen Oberfläche bedeckt ist und achten Sie auf einen ausreichend großen Abstand zwischen der Glut und dem Rost. Alternativ zu einem Holzkohlegrill können Sie auch einen Elektrogrill verwenden. Wenn das Fett aus dem Grillgut in die Glut tropft, entstehen schädliche Substanzen – um dies zu verhindern sollten Sie laut Empfehlung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) eine Grillschale aus Aluminium oder Alufolie auf den Rost legen.

Und wenn Sie keine Lust auf Fleisch haben, bietet sich Fisch als leckere Alternative an. Sie sollten jedoch darauf achten, dass es sich hierbei nicht um schadstoffbelastete Fische handelt und natürlich muss auch der Fisch durchgegart sein. Selbstverständlich sind auch vitaminreiches Gemüse wie Zucchini, Paprika oder auch Pilze fürs Grillen geeignet.

Haben wir Ihnen Appetit auf den Sommer und unsere Sommerreihe gemacht? Im nächsten Blogbeitrag erfahren Sie, was Sie als Schwangere zum Thema Zecken wissen sollen.