Gebärstuhl und Romarad – flexible Unterstützung bei der Geburt

Das große Ereignis - die Geburt
Das große Ereignis – die Geburt

Das Romarad und der Gebärstuhl sind sogenannte „Geburtsmöbel“, die Sie bei der Entbindung unterstützend verwenden können. Dadurch, dass beide Hilfsmittel das Einnehmen einer aufrechten Position ermöglichen, können Sie bei der Geburt die Schwerkraft nutzen.

Seit Jahrtausenden bekannt – der Gebärstuhl

Der Gebärstuhl hat sich seit Jahrtausenden als geburtsunterstützende Methode bewährt – bereits im alten Ägypten bekannt, hat er bis heute nichts an seiner Popularität eingebüßt. Auch wenn sich im Laufe der Zeit die Aufmachung verändert hat,

so bleibt das Möbel dem immer gleichen Bauprinzip treu: Der Stuhl hat eine Aussparung in der Sitzfläche, die für den Austritt des Kindes gedacht ist. Durch die aufrechte Position kann die Schwerkraft die Geburt unterstützen und diese somit verkürzen. Auch fällt es in dieser Stellung der werdenden Mutter im Allgemeinen leichter, zu atmen und zu pressen.

Von Krankenhaus zu Krankenhaus kann die Form des Gebärstuhls leicht variieren – manche Kliniken verwenden nämlich einen sogenannten Geburtshocker. Ein Hocker bietet die Möglichkeit, dass Ihr Partner Sie von hinten stützen kann – wenn Sie dies wünschen. Ein Stuhl hat durch die Lehnen den Vorteil, dass Sie sich anlehnen und abstützen können.

Das Romarad als flexible Lösung bei der Geburt

Das Romarad ist vom Aufbauprinzip her dem Gebärstuhl ähnlich. Sie können hier ebenfalls eine sitzende, manchmal auch halbliegende Position einnehmen. Das Rad besteht aus einem Sitz, der zwischen zwei Reifen befestigt ist, welche als Stütze für die Arme dienen. Für die Füße sind zwei Schlingen gedacht. Das ganze Gestell ist sehr flexibel und passt sich Ihnen an. Bei modernen Romarädern lässt sich mit einer Fernbedienung der Neigungswinkel anpassen, sodass während der Geburt weitestgehend auf Ihre Bedürfnisse hinsichtlich der Position eingegangen werden kann.

Ihr Rücken und das Becken werden dadurch entlastet, was Ihnen helfen kann, sich zu entspannen. Es besteht auch die Möglichkeit, zu schaukeln und zu wippen. Die Schwerkraft beschleunigt auch hier den Geburtsvorgang und die aufrechte Position erleichtert die Atmung. Manche Frauen vergleichen das Gefühl in dem Romarad mit dem in einer Hängematte. Auch die Wehen werden laut manchen Aussagen als weniger schmerzhaft empfunden. Ihr Partner kann hinter oder neben dem Rad stehen und Sie durch Körperkontakt unterstützen oder Ihnen zusprechen.

Welches Hilfsmittel – ob Romarad oder Gebärstuhl – für Sie geeignet ist, ist ganz individuell. Sprechen Sie mit Ihrer Hebamme oder Frauenärztin/dem Frauenarzt darüber und nutzen Sie, soweit vorhanden, die Möglichkeit, sich beide Geburtsmöbel im Krankenhaus vorher einmal anzusehen und zu testen. Zu beachten ist jedoch, dass nicht alle Kliniken all diese Hilfsmittel anbieten (dies gilt insbesondere für das Romarad). Wenn Sie sich also gerade hierfür entscheiden möchten, sollten Sie bei der Wahl Ihrer Entbindungsklinik auch dieses Kriterium mit berücksichtigen.

Autorinnen: Katharina Klages, Katarzyna Zajchowska

Bild-Copyright © Benjamin Chan / flickr (CC BY-SA 2.0)