HypnoBirthing

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Hypnobirthing ist als Geburtsvorbereitungsprogramm zu verstehen, das Ihnen helfen kann, sich auf eine natürliche Geburt einzulassen.

Gibt man den Begriff HypnoBirthing im Internet ein, so stößt man auf hunderte Videos von Frauen, die scheinbar entspannt und schmerzfrei ihre Kinder gebären. Eine schmerzfreie Geburt? Ist dieser Traum möglich?

Eine Garantie für eine vollkommen schmerzfreie Geburt durch HypnoBirthing gibt es natürlich nicht. Belegt ist jedoch, dass viele Frauen unter HypnoBirthing

  • weniger Angst vor der Geburt hatten,
  • geringere oder sogar kaum Schmerzen empfanden,
  • wesentlich kürzere Geburten hatten,
  • seltener Komplikationen während der Geburt hatten (und dadurch seltener Kaiserschnitte gemacht werden mussten),
  • seltener Medikamente zur Schmerzlinderung nehmen mussten,
  • die Geburt im Nachhinein als schönes Erlebnis bezeichneten.

Doch wie funktioniert Hypnobirthing?

Entgegen der ersten Vermutung werden die Frauen nicht während der Geburt in Hypnose versetzt und damit – was häufig damit assoziiert wird – etwa willenlos und handlungsunfähig gemacht. Vielmehr ist Hypnobirthing als Geburtsvorbereitungsprogramm zu verstehen, das Ihnen helfen kann, sich auf eine natürliche Geburt einzulassen. Das Ziel ist es dabei, den Kreislauf aus Angst-Verspannung-Schmerz zu durchbrechen bzw. diesen gar nicht erst entstehen zu lassen.

Der Pionier dieser Methode der natürlichen Geburt, der Brite Grantley Dick-Read, erklärte diese Zusammenhänge 1942 wie folgt: Angst bringe das sympathische Nervensystem der Frau in eine Art Verteidigungshaltung, welches daraufhin „unwichtige“ Funktionen lahmlege. Folgenderweise werde das Blut dorthin geleitet, wo es überlebenswichtig ist (Arme und Beine für mögliche Flucht oder Verteidigung) und somit von der Gebärmutter weg. Dadurch bliebe der Gebärmutterhals angespannt und verschlossen. An diese Theorie knüpfte die Amerikanerin Marie F. Mongan in den 1980er Jahren an und entwickelte Techniken zur körperlichen und mentalen Entspannung und Verbannung von unnötigen, veralteten, negativen Vorstellungen über die Geburt.

Hypnobirthing-Kurse vor der Geburt

Heute lernen werdende Eltern in entsprechenden Kursen, wie sie mit möglichen Ängsten – vielleicht aufgrund von Erfahrungen aus einer vorausgegangenen Geburt – umgehen können. Die Ängste werden dabei zunächst visualisiert und dann aufgelöst. Hinzu kommen Techniken der Tiefenentspannung: eine langsame, bewusste Bauchatmung, welche die Wellenbewegungen der Kontraktionen unterstützt (die Bezeichnung „Wehen“ ist beim Hypnobirthing übrigens tabu, aufgrund ihres negativen Bezugs zu Schmerz). Ergänzt werden diese durch progressive Muskelentspannung oder eine spezielle Berührungsmassage des Partners.

Der Partner ist generell der wichtigste Geburtsbegleiter und sollte daher ebenso gut auf die Geburt vorbereitet sein wie die Frau. Er (oder sie) hilft der werdenden Mutter dabei, ihre Entspannung zu vertiefen, beispielsweise durch das Berühren spezieller Entspannungspunkte. Eine weitere Entspannungstechnik ist die (positive) Visualisierung des Kindes, das durch den Geburtskanal gleitet und die damit verbundene Vorfreude, das Baby bald zum ersten Mal richtig zu sehen und im Arm halten zu können. Bei all diesen Übungen und auch während der Geburt gilt die Konzentration dem, was die Geburt eigentlich ausmacht: dem Öffnen des Muttermundes und dem Hinausgleiten des Babys.

Beim Thema Hypnobirthing scheiden sich die Geister

Neben vielen sehr positiven Berichten über diese geburtsunterstützende Methode finden sich durchaus auch negative Schilderungen. Die Idee des Hypnobirthing basiert auf der Vorstellung, die Frau könne sich mental auf die Geburt durch gezielte Übung so vorbereiten, dass sie die komplette Kontrolle über die Schmerzen und ihre Ängste habe, wenn es dann soweit ist. So berichten manche Frauen, sie haben sich beim Gebären unter Druck gesetzt gefühlt, (fast) keine Schmerzen und vor allem keine Angst zu empfinden – und fühlten sich als Versager, wenn dies doch der Fall war.

Ob das Hypnobirthing das Richtige für Sie ist, müssen Sie natürlich selbst entscheiden. Es handelt sich hierbei zweifellos um eine geburtsunterstützende Methode, die sehr viel Positives vermittelt, aber die Realität der Geburt vielleicht etwas verkennt. Lassen Sie sich dazu daher am besten von Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt und Ihrer Hebamme beraten.

Foto: (c)markusspiske/pixabay.com