Kaiserschnitt – bei manchen Erkrankungen notwendig

Manche Erkrankungen der werdenden Mutter machen einen Kaiserschnitt notwendig
Manche Erkrankungen der werdenden Mutter machen einen Kaiserschnitt notwendig

Beim Thema Kaiserschnitt scheiden sich die Geister. Nicht wenige werdende Mütter entscheiden sich für einen Wunschkaiserschnitt – die Gründe dafür sind vielfältig. Viele Schwangere wünschen sich jedoch sehnlichst eine natürliche Geburt. Bei manchen Erkrankungen ist diese jedoch nicht möglich oder zumindest nicht angeraten, da mit erhöhten Risiken für die Gesundheit der Gebärenden verbunden. Dazu zählen beispielsweise bestimmte Erkrankungen der Augen oder Störungen der Blutgerinnung.

Ich bin stark kurzsichtig und habe dünne Stellen in der Netzhaut. Ist bei mir ein Kaiserschnitt notwendig?

Starke Kurzsichtigkeit allein ist noch kein Grund dafür, dass ein Kaiserschnitt nötig wird. Falls zusätzlich Netzhautprobleme vorliegen, besteht aufgrund der Wehentätigkeit und dem Druck, der bei den Presswehen ausgelöst wird, möglicherweise die Gefahr, dass sich während der natürlichen Entbindung Teile der Netzhaut ablösen. Bitte klären Sie dies vorab mit Ihrer Augenärztin oder Ihrem Augenarzt ab und lassen Sie dort entsprechende Untersuchungen durchführen. Informieren Sie auch Ihre Frauenärztin bzw. Ihren Frauenarzt über das Ergebnis dieser Untersuchungen.

Ich habe einen grünen Star – kann ich dennoch natürlich gebären oder birgt das bestimmte Risiken?

Der sogenannte grüne Star (Glaukom) ist eine Augenkrankheit, bei der der Augeninnendruck krankhaft erhöht ist. Die Frage, ob eine vaginale Entbindung möglich ist, wird oft gestellt. Verläuft Ihre Glaukomerkrankung komplikationslos, können Sie auch eine vaginale Entbindung haben, es muss nicht unbedingt ein Kaiserschnitt gemacht werden. Auch dieses Thema sollte auf jeden Fall vor der Geburt augenärztlich geklärt werden.

Ist bei einer Blutgerinnungsstörung ein Kaiserschnitt nötig?

Es gibt unterschiedliche Arten der Blutgerinnungsstörung:

– Die eine geht mit einer übermäßigen Blutgerinnung einher, also mit der Gefahr einer Bildung von Thrombosen. Ist diese bei Ihnen bekannt, sind bereits in der Schwangerschaft vorbeugende Maßnahmen zu treffen, da die Thromboseneigung jetzt noch stärker ist.

– Die andere Art ist eine zu langsame Gerinnung oder auch verstärkte Blutungsneigung. Dabei ist es besonders wichtig, die Geburt rechtzeitig zu planen, um den Blutverlust bei der Geburt so gering wie möglich zu halten. Auch Gegenmaßnahmen, die im Bedarfsfall eingeleitet werden müssen, sollten mit der Geburtshelferin besprochen werden.

In jedem Fall müssen bei einer angeborenen Störung der Blutgerinnung oder wenn während dieser oder einer früheren Schwangerschaft Blutgerinnungsstörungen aufgetreten sind für die Entbindung unterschiedliche Maßnahmen ergriffen werden. Welche das sind, hängt von Art und Ursache der Störung ab. Dies bestimmt im individuellen Fall auch, ob ein Kaiserschnitt nötig ist. Lassen Sie sich dazu ausführlich von Ihrer Frauenärztin beraten. Außerdem müssen die behandelnde Internistin bzw. der Internist und die Entbindungsklinik in die entsprechenden Entscheidungen eingebunden werden.

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