Krampfadern, schwere Beine… Muss das in der Schwangerschaft sein?

Krampfadern gehören zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden. Doch man kann auch vorbeugen!
Krampfadern gehören zu den häufigsten Schwangerschaftsbeschwerden. Doch man kann auch vorbeugen!

Geschwollene Beine und Krampfadern sind leider häufige Beschwerden in der Schwangerschaft. Der Anstieg des Hormons Gestagen führt in den ersten Schwangerschaftsmonaten dazu, dass das Bindegewebe aufgelockert wird. Dadurch erweitern sich auch die Venen. Außerdem drückt die wachsende Gebärmutter zunehmend auf die untere Hohlvene (vor allem in Rückenlage). Das erhöht den Druck in den Beinvenen und begünstigt die Krampfaderbildung. Wenn in Ihrer Familie schon öfter Krampfadern vorgekommen sind, ist die Wahrscheinlichkeit höher, diese in der Schwangerschaft zu bekommen.

Krampfadern vorbeugen:

Hier sind einige Tipps, die gegen die Krampfadern oder geschwollenen Beine helfen können

• Integrieren Sie viel Bewegung, wie Gehen, Radfahren und Schwimmen (in nicht zu warmem Wasser) sowie regelmäßige Gymnastikübungen für die Beine, in Ihren Alltag. Geeignete Übungen werden in Geburtsvorbereitungskursen gezeigt.

• Vermeiden Sie wann immer möglich langes Sitzen oder Stehen. Falls Sie im Arbeitsalltag viel sitzen müssen, stehen Sie zwischendurch immer wieder auf und gehen ein paar Schritte. Statt die Kollegen anzurufen oder ihnen zu mailen, gehen Sie lieber rasch persönlich hin.

• Wärme führt dazu, dass die Venen sich erweitern: Verzichten Sie deshalb auf heiße Bäder.

• Kühlen Sie vor allem in der heißen Jahreszeit die Beine öfter, etwa mit Coolpacks oder indem Sie die Füße in einen Eimer mit kaltem Wasser stellen. Oder Sie tränken ein Tuch in kühlem Wasser, wringen Sie es leicht aus und legen es auf die betroffenen Stellen. Auch kühlende Cremes oder Gele mit pflanzlichen Inhaltsstoffen lindern die Beschwerden – lassen Sie sich in der Apotheke oder im Drogeriemarkt beraten.

• Hervorragend sind Kneippsche Anwendungen wie tägliche kalte Schenkelgüsse. Für die Güsse führen Sie den kühlen Duschstrahl mehrmals innen und außen an den Beinen entlang nach oben und dann wieder nach unten.

• Achten Sie auf Ruhepausen, in denen Sie sich hinlegen und Ihre Beine hochlagern. Schlafen Sie auch mit erhöhten Füßen.

• Ein geeignetes Hausmittel sind Quarkumschläge: Bestreichen Sie dafür ein Küchenhandtuch mit Quark und schlagen Sie das Tuch zu einem Päckchen ein. Legen Sie die Beine hoch und den Wickel einige Minuten auf die betroffenen Stellen. Sobald er sich erwärmt, erneuern Sie ihn.

• Vor allem wenn in Ihrer Familie bereits Krampfadern aufgetreten sind, sollten Sie während der Schwangerschaft Kompressionsstrümpfe tragen. Bei besonders starker Krampfaderbildung ist es ratsam, Kompressionsverbände mit Kurzzugbinden anzulegen. Das Tragen der Strümpfe oder Kompressionsverbände sorgt zudem dafür, dass sich nach der Geburt die Krampfadern schneller zurückbilden.

Stimmen Sie sich darüber mit Ihrer Frauenärztin ab – sie wird Ihnen geeignete Maßnahmen empfehlen. Oder suchen Sie eine Venen-Fachärztin (Phlebologin) auf.

Wichtig ist, dass während der Schwangerschaft das Operieren oder Veröden der Krampfadern nicht ratsam ist. Oft bessert sich der Zustand der Beinvenen nach der Entbindung wieder stark, oder die Krampfadern bilden sich sogar vollständig zurück. Falls nicht, kann mehrere Monate nach der Schwangerschaft über eine eventuelle Behandlung nachgedacht werden.

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