Lakritz in der Schwangerschaft – Vorsicht ist geboten

Dass sich in der Schwangerschaft der Geschmack ein wenig verändern kann ist nichts Neues. So kommt es auch oft vor, dass viele Frauen Heißhunger auf Süß-Salziges bekommen. Hier wird dann oft zu Lakritz gegriffen. Doch an dieser Stelle ist Vorsicht geboten. Studien haben mittlerweile nachgewiesen, dass ein zu hoher Lakritzkonsum Ihrem ungeborenen Kind schaden kann.

Grund dafür ist der Inhaltsstoff Glycyrrhizin. Dieser ist ein Bestandteil der Süßholzwurzel, welche in Lakritz enthalten ist. Schwangere sollten nicht mehr als 500mg Glycyrrhizin (oder 100g reine Lakritz) pro Tag zu sich nehmen. Wird mehr Lakritz gegessen, bestehen Risiken für Frühgeburt oder Entwicklungsstörungen des Kindes. Es wurde wissenschaftlich nachgewiesen, dass sich ein besonders hoher Lakritzkonsum während der Schwangerschaft auf die Intelligenz des Ungeborenen auswirken und zu späteren Verhaltensstörungen (ADHS) beim Kind führen kann.

Durch den Süßholzwurzelextrakt werden die Plazentafunktionen (bessere Durchlässigkeit von Hormonen) beeinflusst. Wird Lakritz verzehrt, produziert der Körper daraufhin das Stresshormon Glukokortikoid. Dies ist für einen Erwachsenen nicht schädlich, beeinträchtigt bei dem Ungeborenen aber die Hirnentwicklung. Zwar wird Schwangeren teilweise komplett von Lakritz abgeraten, machen Sie sich aber bitte jetzt keine zu großen Sorgen, wenn Sie Lakritz in letzter Zeit immer mal wieder genossen haben. So lange der Wert von 100g Lakritzware am Tag (also ca. 7 Lakritzschnecken) nicht dauerhaft überschritten wird, besteht keine allzu große Gefahr.

Wenn Sie sich also in der Woche ein Stückchen Lakritz gönnen, brauchen Sie kein schlechtes Gewissen zu haben. Nur von der Aufnahme in großen Mengen raten wir ab.