Rauchentwöhnung in der Schwangerschaft

Rauchen schädigt das sich entwickelnde Kind auf mindestens drei Wegen
Rauchen schädigt das sich entwickelnde
Kind auf mindestens drei Wegen

Auf das Rauchen zu verzichten, ist einer der wichtigsten Schritte, den Schwangere zur Verbesserung ihrer eigenen Gesundheit und der ihres Kindes tun können.

Rauchen schädigt das sich entwickelnde Kind auf mindestens drei Wegen:

  • Nikotin verengt die Blutgefäße. Das verringert die Durchblutung der Placenta und lässt den Blutdruck auch beim Kind ansteigen.
  • Das im Zigarettenrauch enthaltende Kohlenmonoxid führt zu einer Verringerung des Sauerstoffgehalts im Blut. Das Kind leidet dadurch praktisch immer unter »Atemnot«.
  • Die weiteren Inhaltsstoffe der Zigarette wie Blei und Cadmium werden ungefiltert an das Kind weitergegeben. Zigaretten enthalten über 100 chemische Substanzen, von denen viele giftig sind und sogar das Erbgut schädigen.

Rauchen vor und während der Schwangerschaft kann die Risiken der folgenden Krankheiten oder Komplikationen unter anderem deutlich erhöhen:

  • Unfruchtbarkeit
  • Spontanaborte
  • Geringes Geburtsgewicht
  • Frühgeburt
  • Erhöhte Krankheitsanfälligkeit des Kindes
  • Kleinwuchs
  • Einschränkung der Stillfähigkeit

Das Geburtsgewicht des Kindes nimmt mit zunehmender Menge des inhalierten Zigarettenrauchs beständig ab. Die Kinder von Raucherinnen sind 150-250 Gramm leichter als die von Nichtraucherinnen. Genauso steigt die Wahrscheinlichkeit, dass es zu einem Spontanabort kommt und die Rate der Frühgeburten ist mehr als verdoppelt.

Immer mehr Frauen rauchen: Inzwischen greift mehr als jede dritte Frau im gebärfähigen Alter zumindest gelegentlich zur Zigarette. Unter den Schwangeren rauchen noch 18 Prozent. Gehören Sie zu diesen Frauen, sollten Sie aber nicht verzweifeln oder sich Vorwürfe machen, denn das Rauchen aufzugeben ist schwer. Meist genügt die Kraft, die durch das Bewusstsein des Eltern-Werdens geweckt wird. Viele Frauen (und auch Männer) schaffen es so für immer die Finger von Zigaretten zu lassen.

Rund 11 Millionen Menschen in Deutschland sind Ex-Raucher und geben an, dies ohne fachliche Hilfe geschafft zu haben. Wir möchten Ihnen nun einige hilfreiche Hinweise und Tipps geben, die diesen Menschen bereits geholfen haben, um Ihnen einen Weg raus aus der Sucht nach Nikotin zu zeigen.

  • Legen Sie ein Datum für den Rauchstopp fest. Entsorgen Sie alle Zigaretten, Aschenbecher, Feuerzeuge!
  • Informieren Sie Ihre Familie, Freunde und Bekannte, dass Sie aufhören wollen und bitten Sie sie um Unterstützung in „schwachen“ Momenten.
  • Die 3-A-Technik: „Abwarten“: jede Verlangensattacke geht vorbei, halten Sie durch. „Ablenken“: bringen Sie sich auf andere Gedanken, lesen Sie, treiben Sie Sport oder tun Sie endlich die Dinge, die schon lange liegengeblieben sind. „Abhauen“: Meiden Sie Orte, die Sie mit Rauchen verbinden. Lässt sich das nicht einrichten, wechseln Sie kurz den Ort (zur Toilette oder an die frische Luft).
  • Suchen Sie sich Alternativen zu Ihren Rauchritualen und überdenken Sie vor allem den Sinn dieser Rituale. („Zu jedem Kaffee gehört eine Zigarette“- bedeutet eigentlich, dass Sie immer wenn Sie rauchen auch Kaffee trinken müssten.)
  • Versuchen Sie bewusst das Geld, welches vorher in Zigaretten umgesetzt wurde, zu sammeln um den Erfolg sichtbar und zählbar zu machen. Dann wird Ihnen klar wie viel sie eigentlich sparen.
  • Geben Sie nie auf! Jeder kann Rückfälle erleiden (manche benötigen bis zu 20 Versuche). Sie müssen es wollen und sich klar werden, es liegt in Ihren eigenen Händen, für das Wohl Ihres Kindes und sich selbst, die besten Voraussetzungen zu schaffen.

Nikotinersatzpräparate können hilfreich sein, sollten jedoch erst benutzt werden, wenn das Durchhaltevermögen allein nicht ausreicht. Außerdem sind die Risiken der Nikotinaufnahme durch die Nikotinersatzpräparate gegenüber den Risiken des Rauchens unbedingt abzuwiegen. Diese Möglichkeiten sollten Sie unbedingt mit Ihrer Frauenärztin / Ihrem Frauenarzt besprechen.

Viele Frauen fragen sich, ob eine Rauchentwöhnung aufgrund von Entzugserscheinungen vielleicht auch eine Belastung für das Ungeborene sein kann. Ganz klar: NEIN! Die Devise lautet, je früher desto besser. Es zeigen sich ausschließlich positive Auswirkungen auf das Kind. Eine Entwöhnung bis zum vierten Schwangerschaftsmonat wirkt sich beispielsweise nachweisbar positiv auf das Geburtsgewicht aus. Hingegen ist es bei Raucherinnen so, dass die Babys nach der Geburt zum Teil an deutlichen Entzugserscheinungen zu leiden haben.

Sollten Sie allen Mut verlieren und die Kraft nicht haben dem Rauchen abzuschwören, bietet das Internet zahlreiche Hilfen und Programme zur systematischen Rauchentwöhnung (online Programm mit ganzheitlicher Betreuung). Natürlich sollten Sie sich an Ihre Ärztin / Ihren Arzt wenden um zu klären inwieweit bei Ihnen eine Nikotinsucht besteht und ob eine psychologische oder psychotherapeutische Betreuung sinnvoll ist.

Das Deutsche Krebsforschungszentrum in Heidelberg bietet, neben vielen anderen Anlaufstellen, die Möglichkeit der Nutzung eines sogenannten Rauchertelefons unter der Nr.:06221 / 42 42 00.

Fragen Sie auch bei Ihrer Krankenkasse nach, welche Kurse oder Programme sie finanzieren. Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) bietet eine Reihe von Ratgebern zum Thema Rauchen und Schwangerschaft zum kostenlosen Download an (www.bzga.de).

Buchtipp: Endlich Nichtraucher für Lesemuffel – für Frauen, Allen Carr (Kösel Verlag).

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