Schwangerschaftsübelkeit: von Nausea gravidarum bis Hyperemesis gravidarum

Uebelkeit_NEWSLETTER Entgegen dem Wunsch, die Schwangerschaft von Beginn an in vollen Zügen genießen zu können, berichten viele Schwangere von Übelkeitsattacken, wenn nicht sogar Erbrechen. Dies führt dazu, dass für viele Frauen die ersten Schwangerschaftswochen alles andere als schön sind. Im Gegenteil: Es ist gut möglich, dass Sie sich während dieser Zeit hundselend fühlen.

Die Gründe dafür können vielfältig sein. Deshalb ist eine genaue Diagnose durch ihren Arzt ratsam. Liegt eine Hyperemesis gravidarum (HG) vor, ist diese sogar unabdingbar. Von einer HG spricht man, wenn die Betroffene sich häufiger als fünfmal am Tag erbricht und/oder die Beschwerden über das erste Trimenon hinaus andauern. Zu einer Bedrohung kann diese werden, wenn die Schwangere durch das häufige Erbrechen dehydriert und es in Folge dessen zu einer Entgleisung der Elektrolytwerte kommt, sowie bei einem zu starkem Gewichtsverlust (>5%).

Ursachen der Schwangerschaftsübelkeit:

  • Eine Überfunktion der Schilddrüse kann Übelkeit auslösen, weshalb die Funktion der Schilddrüsenhormone überprüft werden sollte.
  • Ein Mangel an dem auf die hormonelle Aktivität stabilisierend wirkenden Vitamin B6 (Pyridoxin).
  • Möglicherweise löst das Schwangerschaftshormon HCG die Übelkeit aus. Dafür spricht, dass es bei Mehrlingsschwangerschaften, während derer besonders viel HCG ausgeschüttet wird, besonders häufig zu Übelkeit kommt.
  • Ein niedriger Blutzuckerspiegel begünstigt oft das Leiden. Deshalb ist Schwangeren oft besonders am Morgen übel, wenn sie noch nichts gegessen haben.
  • Auch psychische Gründe können Schuld an der Übelkeit sein. Abzufragende Eckpunkte sind die Partnerschaft, das soziale Gefüge, sowie Sorge vor der neuen Verantwortung oder Überlastung.

Therapiemöglichkeit von Nausea mit Vitamin B6

Bereits zu Beginn der 1990er Jahre konnte in einer Studie ein positiver Effekt auf Schwangerschaftsübelkeit durch die Substituierung eines Multivitaminpräparats gezeigt werden. Während zwei Folgeuntersuchungen (doppelblind und unter Einbeziehung von Placebo-Gruppen) stellte man fest, dass eine hoch dosierte Gabe des Vitamins B6 eine deutliche Verbesserung hinsichtlich der Häufigkeit des Erbrechens und dem Auftreten von Übelkeit bewirkte. Rückschließend wird deshalb bei Nausea gravidarum eine Substituierung in Höhe von dreimal täglich je 10mg Vitamin B6 empfohlen. Auch eine zusätzliche Einnahme von VitaminB12 (Cobalamin) und VitaminB1 (Thiamin) konnte die Schwangerschaftsübelkeit lindern. Diese Kombination ist z.B. in Nausema® enthalten (www.nausema.de).

Hyperemesis gravidarum

Leiden Sie unter einem behandlungsbedürftigem Schwangerschaftserbrechen, sind die Grenzen der Selbstmedikation erreicht. Die erste Wahl eines Medikaments zur Behandlung war bis 2007 das Antihistaminikum Meclozin, es wird jedoch derzeit in Deutschland weder hergestellt noch vertrieben. Daher greifen die Ärzte heute oft auf Doxylamin (ein Schlafmittel) zurück; vor allem in den USA kommt es häufig zum Einsatz. Als Reservemittel steht noch das Antiemetikum Metoclopramid bereit. Obwohl die Studienlage zu diesem Medikament spärlich ist, wird es in Deutschland häufig eingesetzt. Auch das Psychopharmakon Promethazin kann alternativ verordnet werden.

Weitere Möglichkeiten, die Symptome zu lindern:

  • Die Mahlzeiten in kleinen Mengen über den Tag verteilt zu sich nehmen, gleiches gilt für das Trinken. Gerade wenn Sie sich bereits erbrochen haben, ist eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr wichtig. Klare Brühe kann dabei helfen, die verlorenen Elektrolyte wieder aufzunehmen.
  • Ingwer ist ein bewährtes Mittel gegen Übelkeit, darf aber in der Schwangerschaft aufgrund seiner Wehen auslösenden Wirkung nur in sehr geringen Dosen und auf jeden Fall ausschließlich unter ärztlicher Aufsicht eingesetzt werden
  • Vermeiden Sie fette, scharfe oder säurehaltige Speisen und nehmen Sie lieber kohlenhydratreiche Lebensmittel zu sich
  • Das Kauen von Haferflocken bindet die Magensäure
  • Verzichten Sie auf magenreizende Getränke wie Cola, Kaffee oder Orangensaft
  • Schon vor dem Aufstehen im Bett etwas Zwieback, Cracker oder Knäckebrot knabbern
  • Akupunktur oder –pressur

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie im Programm von BabyCare.

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