Starkes Übergewicht in der Schwangerschaft? – das können Sie tun

Mütterliches Übergewicht kann in der Schwangerschaft negative Folgen für Mutter und Kind haben,

Mütterliches Übergewicht kann in der Schwangerschaft negative Folgen für Mutter und Kind haben,

70 % der Schwangeren in Deutschland brauchen sich über ihr Gewicht in der Schwangerschaft keine Gedanken zu machen. 17 % haben Übergewicht und 9 % haben einen Body Mass Index (BMI) >=30 und sind damit stark übergewichtig bzw. adipös.

Nicht wenige Schwangere mit Übergewicht erfahren auch gerade im Gesundheitswesen Vorurteile und Abwertungen. Dabei ist das Übergewicht häufig nicht Folge von bloßer Überernährung oder mangelnder körperlicher Aktivität, es kann auch genetisch bedingt oder durch Stoffwechselerkrankungen verursacht sein. Auch blicken viele Übergewichtige auf zahlreiche, aber oft wenig erfolgreiche Diätprogramme zurück.

Wenn Sie ein starkes Übergewicht haben, werden Sie in der Vorsorge automatisch als sog. Risikoschwangere „geführt.“ Dies stößt oft auf Unverständnis. Dabei kann dies jedoch auch von Vorteil sein, denn die betreuenden Ärzte schauen dann intensiver nach.

Starkes Übergewicht in der Schwangerschaft: Folgen für Mutter und Kind

Adipositas in der Schwangerschaft hat leider negative gesundheitliche Folgen für Mutter und Kind. So ist z. B. das Risiko für Fehlgeburten, Gestationsdiabetes, Präeklampsie, Bluthochdruck und Kaiserschnitt erhöht. Beim Neugeborenen treten Frühgeburten und Fehlbildungen häufiger auf und ebenfalls die Wahrscheinlichkeit für die Geburt eines zu schweren Kindes (>=4000 Gramm, Makrosomie) ist erhöht. Aber auch bei einer normal verlaufenden Schwangerschaft und der Geburt eines gesunden Neugeborenen bestehen im Kindes-, Jugend- und Erwachsenalter erhöhte Dispositionen für bestimmte Krankheiten wie Diabetes, Erkrankungen des Herzkreislaufsystems oder Adipositas.

Die Geburt eines zu schweren Kindes erhöht ebenfalls das Risiko für weitere Krankheiten und Komplikationen. Die Wahrscheinlichkeit für die Geburt eines makrosomen Kindes hängt – wie in der Abbildung ersichtlich – aber nicht nur von Ihrem BMI, sondern auch von Ihrer Körpergröße und der Ihres Partners ab.

Quelle: BabyCare-Daten (T0), Einlinge mit Angaben zu Größe und Gewicht, n= 17.883

Quelle: BabyCare-Daten (T0), Einlinge mit Angaben zu Größe und Gewicht, n= 17.883

So hat eine große und stark übergewichtige Frau eine Wahrscheinlichkeit von 25 %, ein zu schweres Kind auf die Welt zu bringen. Für eine durchschnittlich große Schwangere beträgt diese Wahrscheinlichkeit 13 %.

Diese Risiken können Sie durchaus noch verringern, wenn Sie auf eine moderate Gewichtszunahme in der Schwangerschaft achten und ihre Gewichtszunahme regelmäßig, aber nicht täglich, überprüfen. Sollten Sie die rote obere Kurve überschreiten, besprechen Sie das Ergebnis bitte mit Ihrer Frauenärztin/Ihrem Frauenarzt.

Über die adäquate Gewichtszunahme in der Schwangerschaft in Bezug auf das Ausgangsgewicht vor der Schwangerschaft besteht in der Wissenschaft noch kein Konsens. Die gängigen Empfehlungen sind vom US-amerikanischen Institut of Medicine übernommen worden und gelten als Orientierungsgröße.

Empfehlungen zur Gewichtszunahme in der Schwangerschaft

BMI unter 18,5 (Untergewicht) = 12 – 18 kg  Zunahme in der Schwangerschaft

BMI 18,5 – 25 (Normalgewicht) = 11 – 16 kg Zunahme in der Schwangerschaft

BMI 26 – 29 (Übergewicht) = 7 – 11 kg Zunahme in der Schwangerschaft

BMI über 29 (Adipositas) = 5 – 9 kg Zunahme in der Schwangerschaft

 

Autor: Dr. Wolf Kirschner

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