Streptokokken in der Schwangerschaft

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„Streptokokken (eingedeutschter Plural aus dem latinisierten Singular Streptococcus, der sich aus den beiden altgriechischen Bestandteilen στρεπτός streptós ‚Halskette‘ und κόκκος kókkos ‚Kern‘, ‚Korn‘ zusammensetzt) sind Bakterien der Gattung Streptococcus, kokkal (annähernd kugelförmig), bevorzugt in Ketten angeordnet, grampositiv und aerotolerant.“

„Kugelförmig“, „Halskette“ – klingt eigentlich gar nicht so schlecht, oder? Trotzdem gehen bei schwangeren Frauen die Alarmglocken an, wenn sie von Streptokokken lesen und das zu Recht. Streptokokken sind die am häufigsten vorkommenden Bakterien auf der Haut und im Darm. Im Genitalbereich können die B-Streptokokken Harnwegsinfektionen, Endometriosen oder Wundheilungsstörungen hervorrufen. Können, müssen aber nicht. Da jedoch 20-30 Prozent der Schwangeren von B-Streptokokken besiedelt sind, empfiehlt sich ein Streptokokkentest zwischen der 35. und der 37. Schwangerschaftswoche unbedingt.

Welche Risiken bringen Streptokokken mit sich?

Denn die Risiken für das Baby sind keine geringen: Gerade Frühgeborene sind gefährdet, da Streptokokken bei ihnen eine Sepsis (Blutvergiftung) auslösen können, die sogar tödlich enden kann. Aber auch für die zum errechneten Zeitpunkt geborenen Babys stellen Streptokokken eine Bedrohung dar. Dringt der Erreger in den Körper des Kindes ein, ist es seinem Immunsystem nicht möglich, ihn zu bekämpfen. Die Bakterien können sich deshalb schnell über das Blut im gesamten Körper ausbreiten und so auch die Organe befallen. Im schlimmsten Fall hat dies einen septischen Schock zur Folge, aber auch eine Hirnhautentzündung kann durch die Streptokokken ausgelöst werden.

Das Timing beim Test ist wichtig
Warum der Test unbedingt zwischen der 35. Und 37. Schwangerschaftswoche erfolgt? Streptokokken kommen und gehen. Sind Sie während der 20. Schwangerschaftswoche positiv auf sie getestet worden, kann es gut sein, dass sie zum Zeitpunkt der Geburt frei von Streptokokken sind. Umgekehrt kann es Sie auch erst kurz vor der Entbindung treffen und Sie bemerken dies nicht einmal.

Und was ist wenn?
Ist der Test zu besagtem Zeitraum positiv, wird dies in Ihrem Mutterpass vermerkt. So weiß das Personal an Ihrem Entbindungsort sofort Bescheid und kann entsprechend handeln: Der werdenden Mutter wird bei Wehenbeginn oder nach dem Platzen der Fruchtblase ein Antibiotikum verabreicht. Liegt bei der Schwangeren allerdings ein erhöhtes Frühgeburtsrisiko vor, erhält sie schon vor der Geburt eine Antibiose (in der Regel Penicillin). Ob eine weitere Behandlung notwendig ist, entscheidet nach der Geburt der Kinderarzt. Zeigt das Kind Anzeichen einer Infektion, erhält es ebenfalls ein Antibiotikum. Wenn aber Mutter und Kind unauffällig sind, ist keine weitere Behandlung notwendig.

Leider ist bisher keine präventive Behandlung für Schwangere möglich und die Kosten des Tests (in der Regel zwischen 20 und 30 Euro) müssen von der Patientin selbst getragen werden. Und das, obwohl Fachärzte den Test dringend empfehlen.