Tiefenwirksame Pflege – Hormone in Kosmetika…

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Gut ein Drittel unserer Kosmetika enthalten hormonähnliche Stoffe

Gut ein Drittel unserer Kosmetika enthalten hormonähnliche Stoffe! Mit dieser Schreckensnachricht kam 2013 der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) um die Ecke. Dabei bezog er sich auf seine Auswertung von über 60.000 Einträgen zu Inhaltsstoffen verschiedener Kosmetika und die Anzahl der in ihnen enthaltenden hormonähnlichen Stoffe.

Besonders schlecht schnitten dabei die großen Marken wie Beiersdorf (Nivea), Procter & Gamble (Wella, Head and Shoulders) und L´Oréal (Garnier) ab. Jedes zweite ihrer Produkte enthielt endokrinatine Substanzen. Wesentlich seltener tauchten die Stoffe in den Eigenmarken von Rossmann und DM auf und die Naturkosmetik mit den Siegeln von NaTrue und BDIH waren sogar vollkommen frei davon.

Dabei waren vor allem Haarwachs- und Sonnenschutzmittel (35%) belastet, sowie Rasierschaum (30%). Auch jede fünfte Zahnpasta enthielt hormonähnliche Substanzen.

Parabene, Parabene, Parabene…

Der meist gefundene Konservierungsstoff war Methylparaben (24% der Pflegeprodukte), gefolgt von den verwandten Stoffen Probyl-, Ethyl- und Butylparaben. Das Berliner Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) sah in Methyl- und Ethylparaben keine Gefährdung für die menschliche Gesundheit, da in Tierversuchen keine schädliche Wirkung festgestellt werden konnte. Anders verhält es sich mit Butyl- und Propylparabenen. Letztere kommen in 18% der Pflegeprodukte vor. Sowohl das BfR als auch das Scientific Commitee on Consumer Safety der EU (SCCS) fordern hier strengere Grenzwerte.

Kinder sind besonders betroffen, da ihr unzureichend entwickelter Stoffwechsel noch nicht fähig ist, die Chemikalien zu bekämpfen. In Dänemark sind deshalb hormonähnlich Substanzen zur Konservierung bei Kosmetikprodukten für Kinder bereits verboten.

„Kinder müssen hier nach aktuellem Wissensstand besser geschützt werden“, so Thomas Platzek, Toxikologe am BfR. Aus dem Bundesverbraucherschutzministerium hieß es, man dränge auf EU-Ebene dazu, Propyl- und Butylparabene in Babyprodukten zu verbieten und diese Parabene generell um die Hälfte zu senken.

Auswirkungen auf den Körper

Die Wirkungsweise der Substanzen im Körper könnte der von weiblichen Hormonen ähneln. Sie binden sich an Stellen im Körper, die eigentlich für körpereigene Substanzen vorgesehen waren, und übernehmen dann entweder ihre Aufgaben oder sie blockieren die Bindungsstellen. Es könnte auch sein, dass sie Produktion, Abbau und Transport der Hormone stören.

Dies würde auch eine mögliche Erklärung für die Verschlechterung der Spermaqualität – gerade bei jungen Männern – liefern. Auch Missbildungen der Geschlechtsorgane bei männlichen Babys oder hormonbedingte Krebsarten (wie Brust- oder Prostatakrebs) ließen sich darauf zurückführen. Bei Mädchen fällt in diesem Zusammenhang vor allem die immer früher einsetzende Pubertät ein, die durch das Hormondurcheinander bedingt sein könnte.

Mit einer App den Stoffen auf der Spur

Neben seiner Aufdeckung versorgt uns der BUND gleich mit einem Handwerk zum eigenständigen Check der Kosmetika: Mit der „ToxFox-App“ können Sie leicht Kosmetika auf ihren Gehalt hormonähnlicher Substanzen überprüfen.

Wir wünschen viel Spaß bei der Tour durch das Badezimmer und drücken die Daumen, dass nicht gerade die Lieblingsprodukte „befallen“ sind! Weitere Informationen und die hier angesprochene App finden Sie unter https://www.baby-care.de//www.bund.net/toxfox.