Verhütung in der Stillzeit – notwendig oder doch nicht?

Um das Thema Verhütung in der Stillzeit ranken sich einige Mythen

Um das Thema Verhütung in der Stillzeit ranken sich einige Mythen

Um das Thema Verhütung in der Stillzeit ranken sich ein paar Mythen, die sich zudem sehr stabil halten. So wird häufig behauptet, eine stillende Mutter kann nicht schwanger werden. Doch dies trifft nur zu, wenn einige Bedingungen erfüllt werden – zudem sehr konsequent! So wird Verhütung nach der Schwangerschaft für die meisten Mütter in der Tat ein Thema sein.

Stillen als Verhütung? – alles andere als zuverlässig

Es ist richtig, dass das Stillen die Chancen für den Eintritt einer Schwangerschaft mindert. Dies ist auf die Wirkung des Hormons Prolaktin zurückzuführen, welches bei jeder Stillmahlzeit vom Körper freigesetzt wird und den Eisprung verhindert. Damit es jedoch durchgängig wirkt, müssen Sie regelmäßig alle vier Stunden und mindestens 80 Minuten am Tag voll stillen, das heißt: nicht zufüttern. Da dies nicht immer einzuhalten ist und bereits kleine Abweichungen die Wirkung mindern können, raten wir Ihnen, wenn Sie eine weitere Schwangerschaft vorerst ausschließen möchten, auf konventionelle Empfängnisverhütungen zurückzugreifen.

Wie kann ich während der Stillzeit verhüten?

Viele der bisher möglicherweise verwendeten Verhütungsmittel sind für die Stillzeit nicht geeignet. So funktionieren beispielsweise die natürlichen Verhütungsmethoden wie die Messung der Körpertemperatur oder ein Verhütungscomputer nicht sicher, weil die Abläufe im Körper jetzt andere sind als sonst. Auch östrogenhaltige Verhütungsmethoden (die meisten „Antibabypillen“, Hormonpflaster, Verhütungsring und andere) können in der Stillzeit nicht verwendet werden, da dadurch die Muttermilch belastet werden könnte.

Trotz dieser Einschränkungen gibt es auch während der Stillzeit zuverlässige Verhütungsmethoden. Die Wahl hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Möchten Sie nach dem Abstillen wieder Ihre bewährte Verhütungsmethode verwenden, ist es am besten, zur Überbrückung der Stillzeit mit Kondomen zu verhüten. Dies gilt auch, wenn Sie planen, das nächste Kind in einem kurzen Abstand zu bekommen. Außerdem gibt es östrogenfreie Pillen, die während der Stillzeit eingenommen werden dürfen.

Steht für Sie fest, dass Sie in der nächsten Zeit keinen weiteren Nachwuchs planen, können Sie auch auf eine Spirale oder Kupferkette zurückgreifen. Diese haben Wirkungszeiträume von drei bis fünf Jahren. Sie können bei Bedarf jedoch auch früher wieder entfernt werden.

Besprechen Sie dies aber am besten mit Ihrer Frauenärztin, um herauszufinden, welche Verhütungsmethoden für Sie infrage kommen.

Bitte verlasen Sie sich nicht auf das Stillen als Verhütungsmethode. Auch wenn gerade zu Beginn der Stillzeit, wenn noch in sehr kurzen Abständen gestillt wird, der Eisprung meist unterdrückt wird, kann man nie sicher sein, wann er erstmals wieder auftreten wird. Das Stillen bietet deshalb keinen sicheren Empfängnisschutz.

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