Zeckenalarm! Zeckenstiche in der Schwangerschaft

Durch Zeckenstiche können gefährliche Krankheiten übertragen werden.
Durch Zeckenstiche können gefährliche Krankheiten übertragen werden.

Das kann die Vorfreude auf den Sommer etwas trüben – jedes Jahr zwischen März und Oktober, wenn die Temperatur ca. 7 Grad überschreitet, werden Zecken aktiv. Bekannter Weise gibt es eine Vielzahl von Infektionskrankheiten, die durch Zecken auf den Menschen übertragen werden können. Die häufigste ist die Borreliose, die durch ein Bakterium (Borrelia burgdorferi) verursacht wird. Die Anzahl der jährlich an Borreliose erkrankten Menschen wird auf 60.000 bis 100.000 geschätzt. Des Weiteren kann durch Zecken auch das FSME-Virus auf den Menschen übertragen werden, wobei es bei einer Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) zu einer Schädigung des zentralen Nervensystems kommen kann.

Hier muss besonders gut aufgepasst werden

In Deutschland gelten insgesamt 141 Landkreise und kreisfreie Städte als FSME-Risikogebiet. Diese liegen überwiegend in Bayern und Baden-Württemberg, doch auch einige Kreise in Hessen und Thüringen sowie einzelne Regionen in Rheinland-Pfalz und im Saarland sind betroffen. Im Jahr 2011 wurden in Deutschland 423 Fälle von FSME gemeldet. Dennoch gilt auch bei einem Zeckenstich in einem Risikogebiet zunächst: kein Grund zur Panik! Denn lediglich ca. zwei Prozent der Zecken in diesen Gebieten sind auch mit dem FSME-Virus infiziert. Darüber hinaus entwickeln lediglich 30 Prozent der Infizierten Symptome einer Frühsommer-Meningoenzephalitis. Insbesondere für Personen, die in Risikogebieten leben oder dort Urlaub machen, wird durch die Gesundheitsbehörden eine Impfung gegen die FSME empfohlen. Doch Achtung: Dies gilt nicht für Schwangere, denn während einer Schwangerschaft sollte keine FSME-Impfung erfolgen.

Den Zecken entkommen

Wenn Sie sich fragen, was Sie für die Vermeidung eines Zeckenstichs tun können, hier einige Tipps:

  • Bei Aufenthalten im Wald oder auf Wiesen geschlossene Kleidung mit langen Ärmeln sowie lange Hosen tragen und die Socken über die Hosen ziehen, damit Zecken erst gar nicht den Zugang zur Haut finden
  • Vermeiden Sie hohes Gras – dort sowie im Unterholz halten sich Zecken bevorzugt auf
  • Insektenabweisende Mittel können zumindest eine Weile helfen, sie bieten jedoch keinesfalls einen sicheren Schutz vor Zecken
  • Tragen Sie helle Kleidung, denn auf dieser lassen sich Zecken besser erkennen und noch vor einem Stich entfernen
  • Wenn Sie in Risikogebieten unterwegs waren, sollten Sie Ihren ganzen Körper gründlich nach Zecken absuchen, insbesondere an den Armen, in den Kniekehlen, am Hals und Kopf sowie im Schritt

Frühzeitige Antibiotikatherapie bei Zeckenstich wichtig

Zur möglichen Gefährdung der Schwangerschaft durch eine Borrelieninfektion liegen bisher nur wenige Daten vor, sodass eine Risikoeinschätzung schwer abzuleiten ist. Obwohl die anfänglichen Fallberichte über mögliche Fehlbildungen alarmierend waren, führten neuere Daten zu einer gewissen Beruhigung. Die Erkenntnisse aus Studien deuten darauf hin, dass eine mütterliche Infektion mit Borreliose für den Fetus eher selten ernsthafte Konsequenzen nach sich zieht. Insgesamt wird das Risiko einer intrauterinen Übertragung von der Mutter auf das ungeborene Kind als eher unwahrscheinlich eingeschätzt – insbesondere wenn eine frühzeitige Behandlung mit Antibiotika erfolgt. Bei einer Seropositivität der Schwangeren konnte kein erhöhtes Risiko von angeborenen Fehlbildungen, niedrigem Geburtsgewicht oder dem Tod des ungeborenen Kindes festgestellt werden. In jedem Fall ist bei einer Infektion in der Schwangerschaft eine frühzeitige Therapie von großer Bedeutung.

Wie das Robert Koch-Institut ausführt, erscheint eine Übertragung einer FSME-Infektion von einer infizierten Schwangeren auf ihr ungeborenes Kind möglich, wobei derartige Fälle noch nicht beschrieben wurden. Zudem ist unklar, ob und welche Folgen eine Übertragung für das ungeborene Kind hätte. Frauen, die in einem FSME-Risikogebiet leben oder sich dort aufhalten, wird auf jeden Fall empfohlen, bereits vor der Schwangerschaft einen Impfschutz aufzubauen. So lässt sich die theoretisch mögliche Übertragung des Erregers während der Schwangerschaft und später über die Muttermilch verhindern. Ist die Mutter geimpft, werden die FSME-Antikörper auf den Fetus übertragen, sodass nach der Geburt vorübergehend ein Nestschutz bestehen dürfte.

Nähere Informationen finden Sie u.a. auch auf der Internetseite des Robert Koch-Instituts. Sollten Sie während der Schwangerschaft von einer Zecke gestochen werden, gilt natürlich: Nicht beunruhigen lassen, aber ärztlichen Rat einholen.

Nächste Woche widmen wir uns wieder etwas angenehmeren Themen – Sie erfahren dann bei uns, was Sie tun können, damit Sie und Ihr Ungeborenes Hitzeperioden gut überstehen.

Bild-Copyright (c) Sanna Stefansson/flickr (CC BY 2.0)