Allgemeines Beschäftigungsverbot

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Allgemeines Beschäftigungsverbot

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Beschäftigungsverbote laut §§ 4 und 8 des Mutterschutzgesetzes sind mit der Bekanntgabe der Schwangerschaft sofort wirksam. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, diese umzusetzen.

Sie dürfen nicht an einem Arbeitsplatz beschäftigt werden, der gesundheitliche Gefahren für Sie oder Ihr Kind birgt. Jeder Arbeitgeber ist deshalb verpflichtet, Ihren Arbeitsplatz auf mögliche Gefährdungen hin zu überprüfen.

Der Arbeitgeber trägt die volle Verantwortung dafür, dass die im §4 Mutterschutzgesetz definierten Beschäftigungsverbote eingehalten werden und zum Beispiel folgende Tätigkeiten nicht von Schwangeren ausgeübt werden:

Tätigkeiten mit schwerer körperlicher Arbeit
Arbeiten bei denen sie schädlichen Einwirkungen von gesundheitsgefährdenden Stoffen oder Strahlen, Staub, Gasen oder Dämpfen, von Hitze, Kälte oder Nässe, von Erschütterungen oder Lärm ausgesetzt sind.
Arbeiten, bei denen Lasten von mehr als 5 kg ohne mechanische Hilfsmittel von Hand gehoben, bewegt oder befördert werden
nach Ablauf des 5. Monats der Schwangerschaft mit Arbeiten, bei denen sie ständig stehen müssen, soweit diese Beschäftigung täglich 4 Stunden überschreitet
mit Arbeiten, bei denen sie sich häufig erheblich strecken, beugen, hocken oder sich gebückt halten müssen
mit der Bedienung von Geräten und Maschinen aller Art mit hoher Fußbeanspruchung
mit schälen von Holz
mit Arbeiten, bei denen sie in Folge ihrer Schwangerschaft in besonderem Maße der Gefahr, an einer Berufskrankheit zu erkranken, ausgesetzt sind oder bei denen durch das Risiko der Entstehung einer Berufskrankheit eine erhöhte Gefährdung für die Mutter oder eine Gefahr für das Baby besteht
nach Ablauf des 3. Monats der Schwangerschaft auf Beförderungsmitteln
mit Arbeiten, bei denen sie mit erhöhten Unfallgefahren, insbesondere der Gefahr zu fallen oder abzustürzen, ausgesetzt sind
Akkordarbeit und sonstige Arbeiten, bei denen durch ein gesteigertes Arbeitstempo ein höheres Entgelt erzielt werden kann und Fließbandarbeit mit vorgeschriebenem Arbeitstempo sind verboten. (§4 Abs. 3 MuSchG)
Stellt ein Arbeitsgeber fest, dass Gefährdungen vorliegen, muss er sofort handeln, also:

Abhilfe durch technische oder organisatorische Maßnahmen schaffen
dafür sorgen, dass die Arbeit gefährdungsfrei verrichtet werden kann
Sie auf einen anderen Arbeitsplatz umsetzen oder
Sie aus dem Arbeitsprozess herausnehmen
Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.

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