Das Kinderzimmer

Spätestens einige Wochen vor der Geburt wird es Zeit das neue Zimmer für das Baby einzurichten. Dies sollten Sie nicht zu spät beginnen, da man nie wissen kann, wann sich das Baby genau auf den Weg macht. Weiterhin wird es mit fortlaufender Schwangerschaft für die Mutter immer schwieriger bei einigen Dingen mitzuhelfen. Die meisten Frauen können es jedoch kaum erwarten, das neue Zimmer einzuräumen und zu gestalten und machen dies deshalb schon relativ früh.

Am Anfang benötigt ein Baby nicht viele Möbel, diese sollten jedoch gut ausgewählt werden, da es einiges gibt, was man beim Kauf von Kindermöbeln beachten sollte. Am wichtigsten ist wahrscheinlich der Wickeltisch. Beim Kauf eines Wickeltisches sollten Sie darauf achten, dass er eine rückenfreundliche Höhe hat, denn sonst kann es durch das häufige Bücken zu Rückenschmerzen kommen. Weiterhin sollte der Wickeltisch nicht zu klein sein und eine Umrandung haben, damit das Baby bei Bewegungen noch etwas Platz hat und nicht herunterfallen kann. Die Wickelunterlage sollte gepolstert sein und aus einem abwaschbaren Material bestehen. Dies ist am hygienischsten, falls doch einmal etwas danebengeht. Auch eine Wärmelampe direkt über dem Wickeltisch kann sehr praktisch sein, sie verhindert ein Auskühlen und macht das Wickeln für Ihr Baby angenehmer. Es sollte auch daran gedacht werden, dass in der Nähe des Wickeltisches keine Steckdosen sind, in die das Kind hineingreifen kann. Dies wird am Anfang zwar eher nicht der Fall sein, doch entwickeln sich die Kinder schnell. So ist es vorteilhaft, wenn man schon vorher alle Steckdosen mit einer Sicherung versieht. Wenn Sie große Angst haben, dass Ihr Kind vom Wickeltisch fallen könnte, dann können Sie auch auf dem Boden wickeln. Dazu benötigen Sie dann nur die Wickelauflage. Weiterhin sollten Sie sich für das Wickeln einen Eimer zulegen, in dem Sie dann die gebrauchten Windeln entsorgen.

Dann braucht das Baby noch einen Platz zum Schlafen. Hierbei gibt es verschiedene Möglichkeiten. Zum einen können Sie sich eine Wiege oder einen Stubenwagen zulegen. Dies hat den Vorteil, dass sie den Wagen überall hinschieben können, wo sie sich gerade befinden und so ihr Kind immer im Blick haben. Es sollte aber bedacht werden, dass die meisten Stubenwagen sehr klein sind und Ihr Kind schnell herauswachsen wird. So müssten Sie nach kurzer Zeit ein Bettchen für das Baby anschaffen. Wenn man sofort ein Bettchen kaufen möchte, so sollte man darauf achten, dass das Bett stufenlos verstellbar ist. Wenn die Gitter des Bettes an einer Seite komplett herausgenommen werden können, haben Sie die Möglichkeit, das Bett in der ersten Zeit direkt neben das der Mutter zu stellen. Dabei stellt man die Höhe der Liegefläche so ein, dass sie genauso hoch ist wie die der Mutter und entnimmt alle Gitterstäbe an der Seite, die an das Bett der Mutter anschließt. So müssen Sie in der Nacht nicht erst aufstehen, um das Baby zu füttern, sondern können es direkt zu sich holen. Das ist besonders in der ersten Zeit sehr praktisch, da man hier noch sehr oft aufstehen muss. Für das Babybett sollte man eine mittelfeste Matratze und zwei wasserdichte, luftdurchlässige Matratzenauflagen besorgen. Eine Bettdecke benötigt das Baby in der ersten Zeit meist nicht, denn die Decken sind oft viel zu dick und so wird es dem Baby darunter schnell zu warm. Dies kann zu Problemen führen, weil Babys ihre Körpertemperatur noch nicht selber regulieren können und die Mutter meist nicht merkt, dass es für das Kind zu warm ist. Als Alternative gibt es im Handel auch Babyschlafsäcke. Ein Kissen ist für das Baby nicht nötig, stattdessen kann man eine Mullwindel unter den Kopf des Babys legen. Diese kann auch schnell einmal ausgetauscht werden, wenn das Baby spucken sollte.

Generell sollten Sie bei Möbeln für das Kinderzimmer darauf achten, dass diese nicht zu viele scharfe Kanten aufweisen, an denen sich die Kinder später beim Spielen stoßen könnten. Besser sind Möbel mit abgerundeten Ecken. Weiterhin sollten die Möbel ein Gütesiegel wie DIN, GS, TÜV oder das Umweltschutzzeichen besitzen. Es ist auch wichtig darauf zu achten, dass die Möbel nicht zu viele Kleinteile haben, die abbrechen und verschluckt werden könnten. Eine Schubladensicherung kann sehr sinnvoll sein um Verletzungen beim Herausziehen zu vermeiden. Ebenfalls sollte man beachten, dass Möbel Schadstoffe enthalten können. Informationen darüber bietet ein Fachgeschäft, sowie Verbände wie Öko-Test oder Stiftung Warentest.

Für den Boden im Kinderzimmer gibt es unterschiedliche Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Ein weicher Untergrund kann Stürze bei den ersten Gehversuchen besser abfedern als ein harter Boden, allerdings ist ein Teppich schlecht zu reinigen. Fliesen sind generell nicht zu empfehlen; gut eignet sich Linoleum, Parkett oder Kork. Wenn Sie die Wände des Zimmers vorher noch streichen wollen, so sollte nach dem Streichen ausgiebig gelüftet werden, damit die Dämpfe aus dem Zimmer entweichen können. Bitte beachten Sie auch, dass einige Farben schädliche Inhaltsstoffe enthalten können, die Schwangere nicht einatmen sollten.

Falls Sie mit der Fertigstellung des Kinderzimmers doch in Verzug geraten sind oder das Baby früher als geplant zur Welt gekommen ist, besteht kein Grund zur Panik. Gerade in der ersten Zeit braucht das Baby eigentlich noch kein eigenes Zimmer, denn es wird vorwiegend mit im Elternzimmer schlafen.

Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.

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