Einlagerung von Nabelschnurblut

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Einlagerung von Nabelschnurblut

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Bei der Geburt besteht die Möglichkeit Stammzellen aus der Nabelschnur zu gewinnen und diese einzulagern. Diese Stammzellen können zum einen in der Regenerativen Medizin genutzt werden um erkranktes Gewebe oder verletze Organe zu rekonstruieren oder bei anderen Erkrankungen, wie z.B. Leukämie zur Therapie eingesetzt werden. Möglich wird dies durch das regenerative Potenzial der Stammzellen; sie sind in ihrer Funktion noch nicht vorbestimmt und können Bindegewebe, Knorpel und Knochen bilden und dienen auch der Bluterneuerung.

Bezüglich der Einlagerung des Nabelschnurblutes haben Sie die Entscheidung zwischen einer öffentlichen Spenderbank oder einem privaten Anbieter. Bei einer Spende wird das Blut freigegeben und kann anderen Menschen helfen. Die Spende ist für Sie kostenfrei. Mit der Einlagerung bei einer privaten Nabelschnurbank können Sie Ihrem Kind den Kind Zugriff auf die eigenen Stammzellen sichern. Die Kosten dafür betragen um die 2.000 Euro und müssen selbst getragen werden. Des Weiteren gibt es auch bei privaten Nabelschnurbanken die Möglichkeit einer Einlagerung mit Spendenoption; über die Sie der jeweilige Anbieter weiter informieren kann. Bei der Kombination teilen sich Eltern und Bank die Kosten.

Ob jedoch eigene oder fremde Stammzellen für eine Therapie besser geeignet sind, hängt von der Art der Erkrankung ab. Für die Regenerative Medizin und die Mehrheit der onkologischen Erkrankungen eignen sich eigene Stammzellen, da hier Abstoßungsreaktionen vermieden werden. Für andere Erkrankungen, wie bestimmte Arten der Leukämie, bevorzugt man hingegen körperfremde Stammzellen.

Eine allgemeine Empfehlung zur Einlagerung von Nabelschnurblut und zur Entscheidung für einen öffentlichen oder privaten Träger können wir Ihnen nicht geben. Es ist hilfreich, sich während der Schwangerschaft mit diesem Thema auseinander zu setzen und verschiedene Informationen einzuholen. Die privaten Anbieter verfügen dafür oft über kostenfreie Informationspakete. Letztlich geht es auch um die schwer zu beantwortende Frage, wie sich die Medizin auf diesem Gebiet in den nächsten Jahren entwickeln wird und welche weiteren Anwendungsmöglichkeiten sich daraus ergeben werden.

Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.