Let´s talk about Sex!

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Let´s talk about Sex!

Hat man ihn? Wie oft will man ihn? Will man ihn überhaupt?
Jede Frau, jeder Mann, jedes Paar tickt anders. Manche Frauen berichten von einem stärkeren Bedürfnis nach Sex während der Schwangerschaft, andere verspüren kaum noch den Wunsch danach. Und manchmal ist es auch der Partner, dem die Lust auf Sex während der Schwangerschaft plötzlich vergeht. Eines ist jedoch so gut wie sicher: Dass alles beim Alten bleibt, ist mehr als unwahrscheinlich.

Deutsche haben durchschnittlich 1,5-mal pro Woche Sex während der Schwangerschaft
(Studie der Berliner Charité)

Im Verlauf der Schwangerschaft wird Ihr Sexleben mehrere Wandlungen durchleben. Lassen Sie sich darauf ein und seien Sie (und Ihr Partner) offen für die Veränderungen. Die „anderen Umstände“ bieten die Gelegenheit, Neues auszuprobieren und die Beziehung auch in sexueller Hinsicht weiterzuentwickeln. Vielleicht lernen Sie dabei von sich und Ihrem Partner ganz neue Seiten kennen.

1. Trimester:
Viele Paare schlafen – bevor die Schwangerschaft diagnostiziert wurde – häufiger miteinander als zuvor. Dabei ist das Ziel, „schwanger zu werden“, klar vor Augen und es entsteht zwangsläufig ein gewisser „Leistungsdruck“. Sex dient nicht mehr ausschließlich der Lustbefriedigung und dem Austausch von Zärtlichkeiten, sondern primär der Zeugung eines gemeinsamen Kindes.

Befreite Lust – potentiell mit Anlaufschwierigkeiten

All das ist jetzt passé, Sie sind glücklich (und vielleicht auch erleichtert), schwanger zu sein. Im Körper der Frau findet eine wahre Hormonexplosion statt. Klitoris und Vagina werden stärker durchblutet und die inneren Geschlechtsorgane vergrößern sich. Dadurch werden Schwangere empfänglicher für sexuelle Reize und Berührungen.

Allerdings leiden viele Frauen während dieser Zeit unter Übelkeit und fühlen sich oft erschöpft und müde. Auch kommt einigen der Gedanke, schwanger zu sein und Sex zu haben, kontrovers vor. Zusammen mit dem herrschenden Gefühlschaos und Tausend herumschwirrenden Gedanken hat dies bei einigen Frauen zur Folge, dass der Sex in der ersten Zeit der Schwangerschaft erst einmal in den Hintergrund rückt.

2. Trimester:
Im zweiten Trimester hat sich der Körper an die Schwangerschaft gewöhnt. In dieser Zeit blühen viele Frauen durch das andauernde Hormonhoch regelrecht auf: Ihr Haar glänzt und wirkt kräftiger, das Hautbild verbessert sich und die Brüste werden größer. Auch ist der wachsende Babybauch noch nicht so groß, als dass er die Beweglichkeit einschränken würde. Viele Frauen berichten über diese Phase, sich zum ersten Mal „richtig wohl“ in ihrem Körper gefühlt zu haben.

Passiert dem Baby nichts?

Ein Erlebnis, das Auswirkung auf das Sexualleben haben kann, ist zum ersten Mal das Baby im Mutterleib zu spüren. Plötzlich wird beiden Partnern richtig bewusst, dass ein kleiner Mensch „mit dabei ist“ und besonders Männer können mit diesem Gedanken hadern. Alle Bedenken sind jedoch vollkommen unbegründet, da ihr Baby durch Sex während der Schwangerschaft (solange es sich nicht um eine Risikoschwangerschaft handelt) keinen Schaden nehmen kann.

3. Trimester:
Langsam wird es schwierig, passende Stellungen zu finden. Der Bauch hat im dritten Trimester eine beachtliche Größe erreicht und schränkt nun Ihre Bewegungsfreiheit deutlich ein. Jetzt ist Kreativität gefragt. Viele Paare entdecken die Löffelstellung für sich, da bei dieser der Bauch nicht stören kann. Auch Positionen, bei denen der Mann vor dem Bett kniet und sie, mit der Hüfte an der Bettkante, auf dem Rücken liegt, werden oft genannt. Dabei kann sich Ihr Partner übrigens wunderbar am Anblick Ihrer neuen Rundungen erfreuen. Probieren Sie einfach aus, welche Stellungen Ihnen und Ihrem Partner am besten gefallen.

Viele Männer empfinden die neue „Üppigkeit“ ihrer Partnerin als sehr erotisch!

Sollte der Geschlechtsverkehr aus irgendeinem Grund nicht mehr möglich sein, gibt es immer noch eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich gegenseitig zu befriedigen (Oralverkehr, Petting). Nutzen Sie die neuen Umstände, um über Wünsche und Phantasien zu sprechen. Viele Paare berichten, dass sie sich, zur Offenheit aufgrund der Umstände gezwungen, wieder näher gekommen sind und in die Zeit am Anfang ihrer Beziehung zurückversetzt fühlten.

Aus medizinischer Sicht spricht übrigens nichts gegen Sex bis zum Ende der Schwangerschaft. Gerade bei näher rückendem Geburtstermin kann er einen sehr positiven Effekt haben, da er für Entspannung und gute Stimmung sorgt.

Märchenstunde!

Um das Thema Sex während der Schwangerschaft ranken sich die wildesten Gerüchte. Gerade Männer haben dabei die abstrusesten Befürchtungen. Angefangen bei „ich missbrauche mein Kind, wenn ich mit meiner Partnerin schlafe“ bis hin zu „mein Sohn könnte homosexuell werden, wenn mein Penis gegen den Gebärmuttermund stößt“ sind viele, meist nicht ernst zu nehmenden, Vorstellungen vertreten. Bei aller Ironie zeigt dies jedoch deutlich, wie unsicher Paare beim Thema Sex während der Schwangerschaft sein können.

Darum hier Antworten auf die häufigsten Bedenken:

  • Das Auslösen einer Fehl- oder Frühgeburt durch Sex während der Schwangerschaft wird aus medizinischer Sicht ausgeschlossen
  • Eine Verletzung des Babys durch den Penis ist anatomisch nicht möglich, da er wegen des Gebärmuttermunds nicht in die Nähe gelangen kann
  • Übertragungen von Infektionen werden durch das saure Milieu der Scheide verhindert, da es Keime abtötet. Außerdem schützt der Schleimpfropfen am Gebärmuttermund vor dem Eindringen der Keime in die Gebärmutter.
  • Es besteht keine Gefährdung des Babys durch einen Orgasmus der Frau. Zwar wird für einen kurzen Moment weniger Blut durch die Plazenta gepumpt, dies ist vollkommen unbedenklich für das Baby. Stattdessen wird sogar sein Kreislauf trainiert, was eine gute Vorbereitung auf die Geburt darstellt.
  • Auch das kurzweilige Anspannen der Unterleibsmuskulatur während des Orgasmus kann keine Auswirkungen auf das Baby haben. Es ist in der Gebärmutter gut durch das es umgebende Fruchtwasser und die Muskel- und Gewebsschicht geschützt.
  • Obwohl das im Sperma enthaltene Hormon Prostaglandin auf den Gebärmuttermund eine weichmachende und insgesamt eine Wehen fördernde Wirkung hat, besteht keine Gefahr einer Früh- oder Fehlgeburt. Die Dosis ist bei weitem zu gering, um tatsächlich frühzeitige Wehen auslösen und die Geburt einleiten zu können.

Wann Sie „es“ lieber nicht tun sollten
In folgenden Fällen sollten Sie auf Sex während der Schwangerschaft verzichten, bzw. Absprache mit Ihrem Gynäkologen abhalten:

  • Bei vorzeitigem Öffnen des Muttermunds. Dies stellt an sich keine direkte Gefahr für das Baby dar, jedoch können Keime in die Gebärmutter eindringen. Durch das erhöhte Infektionsrisiko könnte es zu einer Früh- oder Fehlgeburt kommen.
  • Sie hatten bereits eine vorhergehende Fehlgeburt
  • Blutungen
  • Vorzeitige Wehen haben eine Frühgeburt angekündigt
  • Falscher Sitz des Mutterkuchens
  • Mehrlingsschwangerschaften
  • Chronische Erkrankungen (z.B. Diabetes)
  • Genitalinfektionen bei einem der Partner