Kaffee und Tee

Kaffee und Tee in der Schwangerschaft

Viele Frauen steigen in der Schwangerschaft von Kaffee auf Tee um, insbesondere auf Kräutertee.

Täglicher Konsum von Kaffee und Tee in der Schwangerschaft (n=23.301)
Täglicher Konsum von Kaffee und Tee in der Schwangerschaft

Die Konsumentinnen von Kaffee und Tee sollten in der Schwangerschaft Folgendes bedenken:

Kaffee- und schwarzer Tee

Übermäßiger Kaffee- oder Teegenuss sind in der Schwangerschaft wegen der Koffein- bzw. Teeinaufnahme nicht zu empfehlen. Die Grenze liegt etwa bei 4 Tassen täglich.

Grüner Tee

Viele Frauen trinken gerne grünen Tee. Grüner Tee hat keine eisenbezogenen Nebenwirkungen. Es gibt auch keine Risikogruppen, die den Tee nicht trinken sollten, wie das z. B. bei schwarzem Tee der Fall ist. Schwarztee bremst bekanntlich die Aufnahme von Eisen aus der Nahrung. Das gilt für den grünen Tee nicht. Im Gegenteil: Da er viel Vitamin C enthält, fördert er sogar die Eisen-Aufnahme.

Allerdings steigt bei Schwangeren, die täglich mehr als 4 Tassen grünen Tee trinken, das Risiko für Fehlbildungen, Fehl- und Frühgeburten. Dies liegt offenbar daran, dass die Inhaltsstoffe die Aufnahme von Folsäure hemmen. Trinken Sie daher nicht mehr als 2 Tassen grünen Tee pro Tag.

Kräutertee

Besonders Kräutertee wird von Schwangeren gern getrunken. Einige Kräuter sind aber in der Schwangerschaft nicht empfehlenswert, da sie z. B. abtreibend oder wehenauslösend sein können.

Von folgenden Kräutern zum Beispiel weiß man, dass sie in der Schwangerschaft (besonders in den ersten drei Monaten) eingenommen, abtreibend wirken können: Aloe, Angelica (Engelwurz), Bärentraubenblätter (Uva ursi), Basilikum, Beifuss (Artemisia vulgaris), Eisenkraut (Verbena off.), Liebstöckel (Levisticum officinalis), Muskatnuss (Myristica fragrans), Osterluzei (Aristolochia clematitis), Peterli (Petroselinum crispum), Raute (Ruta graveolens), Thuja (Schwangere sollten auch keine Thuja-Hecke schneiden!), Wacholder (Juniperus communis). Besser ist es also diese Kräuter in der Schwangerschaft ganz zu meiden.

Echinacea und Ginseng steigern das Risiko für Fehlgeburten.

Auch zu einem huflattichhaltigen (Tussilago farfara) Tee sollte man eine Schwangere nicht einladen, denn der könnte beim Fetus die Lebervenen verschließen! Das Kind kann dabei an einer Leberzirrhose sterben. Dieses wurde bei Frauen beobachtet, die wegen ihres Hustens in der Schwangerschaft täglich eine Tasse Tee tranken (schon 5 Tage hintereinander können reichen), in dem neben anderen Kräutern auch Huflattichblätter enthalten waren. Auch Säuglingen sollte kein Huflattichtee gegeben werden.


Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.