Wissenswertes rund um die Schwangerschaft

Jede Frau ist im Laufe ihrer Schwangerschaft immer wieder mit neuen Fragen konfrontiert, auf die sie gerne umgehend eine Auskunft haben möchte. Das Team von BabyCare sammelt alle Fragen der Frauen, die am BabyCare-Programm teilnehmen. Die Antworten finden Sie im folgenden Themenkatalog.

Reisen in der Schwangerschaft

Die Schwangerschaft ist keine Krankheit und normalerweise entsteht durch eine Reise bei einem unkomplizierten Schwangerschaftsverlauf kein zusätzliches Risiko. Schwangere sind durchaus belastbar und müssen nicht auf eine erholende Urlaubsreise verzichten. Es ist aber immer individuell zu berücksichtigen, wie sich die Schwangere selbst fühlt und was sie sich in ihrem Zustand zutraut. Dies ist natürlich auch davon abhängig, wie die Schwangerschaft bisher verlaufen ist und in welchem Schwangerschaftsmonat die Reise unternommen werden soll. So müssen einige Dinge beachtet werden, wenn Sie in ihrer Schwangerschaft eine Reise planen.

Reiseziel:

Für Schwangere ist es in erster Linie ratsam, Reiseziele innerhalb Europas zu bevorzugen, dabei sollten Schwangere nicht gerade in die heißesten Gebiete fahren, da sie durch die Hitze dort Probleme mit dem Kreislauf bekommen könnten. Wegen der Schwangerschaft muss jedoch nicht grundsätzlich auf eine Fernreise verzichtet werden. Generell sollten aber Reisen, die mit längerer Bewegungseinschränkung verbunden sind, eher vermieden werden und bei Autofahrten sollte an genügend Pausen gedacht werden.

Flugreisen:

Kürzere Flugstrecken sind bis auf die vier letzten Wochen vor dem errechneten Geburtstermin eine gute Alternative zu langen Bahn- oder Autofahrten. Beim Fliegen in der Schwangerschaft besteht normalerweise kein erhöhtes gesundheitliches Risiko für Schwangere und das ungeborene Kind. Es sollten jedoch während des Fluges Kompressionsstrümpfe getragen werden, da die Bewegungsmöglichkeit im Flugzeug stark eingeschränkt ist und so ein erhöhtes Risiko für eine Thrombose besteht. Wichtigste Voraussetzung ist, dass die schwangere Frau auf jeden Fall gesund sein sollte, die Schwangerschaft also bisher normal und ohne Komplikationen verlaufen ist. Gerade die körperlichen Belastungen durch das Fliegen, besonders während des Starts und der Landung, setzen einen gesunden körperlichen Zustand voraus. Einschränkungen gibt es daher bei Frauen, die zu Fehl- oder Frühgeburten neigen, Herz-Kreislauf-Beschwerden haben, rauchen oder an Blutarmut leiden. Nur eine Ärztin/ein Arzt kann in diesen Fällen entscheiden, ob schwanger Fliegen gesundheitlich zu vertreten ist.

Als Reisezeit empfehlen die meisten Ärzte das mittlere Schwangerschaftsdrittel. In den ersten drei Schwangerschaftsmonaten sollte man hingegen kein Flugzeug besteigen, der Embryo befindet sich hier in einer sensiblen Entwicklungsphase, ist noch nicht ausgebildet und entsprechend empfindlich. Bei Zweifeln an der Flugtauglichkeit sollte man auf jeden Fall eine Ärztin/einen Arzt konsultieren. Ein ärztliches Attest wird im Übrigen notwendig, wenn der Geburtstermin nur noch 8 Wochen entfernt ist, da Schwangere sonst von den meisten Fluggesellschaften nicht mehr befördert werden. Sie sollten aber besser in den letzten Schwangerschaftswochen das Flugzeug meiden und generell eine Buchung mit Rücktrittsversicherung in Erwägung ziehen, falls Schwangerschaftskomplikationen das Fliegen nicht mehr ermöglichen.

Medizinische Versorgung vor Ort:

Weiterhin sollte im Urlaub vor Ort immer die Möglichkeit einer ärztlichen Betreuung gegeben sein, falls es doch einmal zu Beschwerden kommen sollte. Diese sollte dann in etwa unseren westlichen Standards entsprechen. Bei Wanderurlauben sollte man bedenken, dass die Luft ab etwa 2000 Meter Höhe dünner wird. Dies kann dann für eine Schwangere sehr unangenehm sein und sich zusätzlichen auf den Kreislauf auswirken. Weiterhin sind Schwangere anfällig für Schwindel und dürfen daher auch wegen der Gefahr von Stürzen nicht klettern. Urlaub am Meer eignet sich besonders gut für Schwangere, da dort die Möglichkeit besteht Schwimmen zu gehen, was zu den Sportarten zählt, die die positivsten Wirkungen in dieser Zeit haben. Jedoch sollten Sonnenbäder eher vermieden werden, da die Haut ist in der Schwangerschaft besonders empfindlich ist und es leichter zu unschönen Pigmenteinlagerungen kommen kann. Außerdem ist es besser, wenn unnötige Belastungen durch die Sonnenhitze vermieden werden. Daher sollten sich Schwangere bevorzugt im Schatten aufhalten und immer gut eincremen. Abgeraten wird von der Reise in Malaria-Gebiete, da Malaria während der Schwangerschaft zu schweren Komplikationen wie Früh- und Totgeburten führt. Wenn Sie sich dennoch für eine Reise in ein solches Land entscheiden, sind Malariamedikamente wie Chloroquin und Proguanil (vom 4. Monat an auch Mefloquin) erlaubt. Die Einnahme sollte jedoch in jeden Fall noch einmal mit der betreuenden Ärztin/dem betreuenden Arzt besprochen werden. Außerdem sollte die Frau besonders auf einen Schutz vor Mückenstichen achten, z.B. durch Kleidung, die den ganzen Körper bedeckt und zusätzlich durch ein Moskitonetz, unter dem geschlafen werden kann.

Weiterhin sollten generell beim Reisen in der Schwangerschaft folgende Hinweise beachtet  und mit der Ärztin/dem Arzt besprochen werden.

  • Es ist wichtig, dass vor einer Reise der Impfschutz auf Vollständigkeit überprüft wird.
  • Wenn in ein Gebiet mit Zeitumstellung oder stark veränderten Klima gereist wird, sollten ausreichend Ruhepausen eingeplant werden.
  • Unterwegs sollte immer viel getrunken werden, hier ist es wichtig, dass keine chemischen Trinkwasseraufbereitungen, die z.B. auf Jod basieren, verwendet werden.
  • Am Urlaubsort sollten Sie es ruhig angehen lassen, vermeiden Sie daher wilde Aktionen wie Motorradtouren über Holperpisten im Hinterland.

Bei Fragen zum Thema Skireisen finden Sie Informationen in den FAQs zu Sport und Schwangerschaft.

 

Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.
Beitrag erstellt am: 19.08.16 09:13
Beitrag zuletzt aktualisiert am: 19.08.16 09:13
Seite erstellt am: 09.09.11 14:19
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