Wissenswertes rund um die Schwangerschaft

Jede Frau ist im Laufe ihrer Schwangerschaft immer wieder mit neuen Fragen konfrontiert, auf die sie gerne umgehend eine Auskunft haben möchte. Das Team von BabyCare sammelt alle Fragen der Frauen, die am BabyCare-Programm teilnehmen. Die Antworten finden Sie im folgenden Themenkatalog.

Die Möglichkeiten der Kinderwunschbehandlungen

Paare, die sich ein Kind wünschen, dessen Wunsch jedoch bislang unerfüllt geblieben ist, haben die Möglichkeit sich einer Kinderwunschbehandlung zu unterziehen. Dabei gilt ein Kinderwunsch erst als unerfüllt, wenn das Paar nach einem Jahr mit regelmäßigem Geschlechtsverkehr noch nicht schwanger geworden ist. Man spricht im Allgemeinen davon, dass ein gesundes Paar, das regelmäßig miteinander schläft, eine Chance von 20 - 30 % hat, schwanger zu werden. So sagt allein diese Prozentangabe schon aus, dass es nicht selbstverständlich ist sofort schwanger zu werden.

Dabei liegt der Grund für eine nicht eintretende Schwangerschaft zu 50 % bei den Frauen, zu 30 % bei den Männern und zu 20 % bei beiden. Handelt es sich nicht um eine Unfruchtbarkeit, so gibt es unterschiedliche medizinische Methoden eine Schwangerschaft herbeizuführen. Wir möchten Ihnen einige der wichtigsten Methoden nachfolgend etwas näher erläutern.

Insemination

Diese meint die Übertragung von Samen in die Gebärmutter. So werden die Samenzellen des Mannes, im Zeitraum um den Eisprung, künstlich in den Genitaltrakt der Frau eingeführt. Das Sperma des Mannes wird direkt vor Ort entnommen und im Labor aufbereitet, was die Qualität des Spermas und somit auch die Befruchtungschancen erhöht. Die Samenzellen werden durch einen Katheter, welcher am Ende eine Spitze besitzt, in die Gebärmutter eingebracht. Dadurch wird die Befruchtung der Eizelle durch die Samenzelle erleichtert, da die Samenzellen schnell und in größerer Dichte an die Eizelle gelangen.

Diese Methode wird dann angewandt, wenn die Samen des Partners zu wenig oder unbewegliche Samenzellen aufweisen. Die Chance nach dieser Behandlung schwanger zu werden, liegt ungefähr bei 5 - 10 % pro Versuch. Weiterhin gibt es zwei verschiedene Arten der Insemination. Zum einen kann für die Behandlung das Sperma des Partners verwendet werden, wobei man dann von homologer Insemination spricht. Oder es wird das Sperma eines Samenspenders verwendet und lässt dies in die Gebärmutter einsetzten, welches dann die heterologe Insemination meint.

IVF (In-vitro-Fertilisation)

Hier ist die Befruchtung der Eizelle der Frau mit dem Samen des Partners außerhalb des Körpers im Laborglas (in vitro = im Glas) gemeint. Diese Methode der Kinderwunschbehandlung ist eine sehr umfangreiche und aufwendige Behandlung um eine Schwangerschaft herbeizuführen. Dabei wird mit einer Hormonbehandlung bei der Frau begonnen, die dazu anregen soll, dass eine vermehrte Eizellreifung vorliegt. Anschließend wird der Eisprung eingeleitet und die Eizellen werden aus dem Eierstock entnommen.

Die Samenflüssigkeit des Mannes wird aufbereitet, um die Befruchtungsfähigkeit zu verbessern und in einem Laborglas, mit der entnommenen Eizelle zusammengeführt. War die Befruchtung erfolgreich, wird der entstandene Embryo in die Gebärmutter eingesetzt. Bei all diesen komplexen Vorgängen kann es jedoch vorkommen, dass einzelne Schritte nicht gelingen und somit noch immer keine Schwangerschaft eintritt.

ICSI (Intrazytoplasmatische Spermieninjektion)

Diese Methode meint die Injizierung der Samenzelle in die Eizelle und wird auch Mikroinjektion genannt. Sie wird angewandt, wenn die Spermienqualität des Mannes stark eingeschränkt ist. Das heißt, wenn die Samenzellen nicht in der Lage sind im Eileiter oder im Laborglas (zum Beispiel bei der IVF) eine Eizelle zu befruchten. So kann ICSI zusätzlich zu der In-vitro-Fertilisation angewandt werden, wobei eine Samenzelle des Mannes mit einer sehr feinen Nadel in die zuvor entnommene Eizelle injiziert wird. Die weitere Vorgehensweise entspricht der IVF-Methode. Der entstandene Embryo wird also in die Gebärmutter eingesetzt, nistet sich der Embryo in die Gebärmutter ein, kann eine Schwangerschaft festgestellt werden.

All diese Verfahren können dem Paar jedoch nicht eine Schwangerschaft garantieren. Für jedes einzelne Verfahren lässt sich jedoch sagen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, durch die Behandlung schwanger zu werden. Mit diesen Angaben sollte jedoch vorsichtig umgegangen werden, da es sich hierbei um Durchschnittswerte handelt. Die persönliche Wahrscheinlichkeit durch die Behandlung ein Kind zu bekommen, kann erheblich von diesen Werten abweichen, da die Erfolgsaussichten von zahlreichen individuellen Faktoren abhängig sind. Die durchschnittlichen Erfolgsraten der einzelnen Verfahren werden jeweils pro Behandlungszyklus gemessen (Erfolg: die Geburt eines Kindes nach der Behandlung). Bei der IVF und auch bei der ICSI liegt die durchschnittliche Geburtenrate, bei 15 - 20 % nach einer der jeweiligen Behandlungen.

Wichtig ist, dass sich jedes Paar im Klaren darüber sein sollte, dass eine Kinderwunschbehandlung ein sehr langwieriger Prozess ist und vor allem auch psychisch sehr belastend sein kann. Deshalb sollte unbedingt vorher vereinbart werden, wie weit man für das gewünschte Kind gehen möchte und welche Strapazen man dafür auf sich nehmen will. Eine Kinderwunschbehandlung ist nicht in allen Fällen erfolgreich, es fällt oft schwer dies zu akzeptieren.

Es könnte hilfreich sein, sich mit diesen aufkommenden Gefühlen in professionelle Hände zu begeben und mit einem Psychologen oder Ärztin / Arzt darüber zu sprechen. Aber auch verschiedene Selbsthilfegruppen bieten dazu Unterstützung in Form von Broschüren, aber auch persönlichen Kontakt an.

Aus der Vielzahl der Angebote können wir zum Beispiel empfehlen:

Verein Wunschkind e.V.

Mehr Informationen dazu im Internet oder schriftlich:

c/o SEIN e.V.
Fehrbellinerstr. 92
10119 Berlin
Tel: 0180 / 500 21 66
Fax: 030 / 69 04 08 38
Email: WUNSCHKIND@t-online.de im Internet: www.wunschkind.de

 

Autoren:
Dr. Renate Kirschner (Doktor der Erziehungswissenschaften; seit mehr als 25 Jahren in der sozialwissenschaftlichen Forschung und Beratung tätig)
Dr. Wolf Kirschner (Doktor der Philosophie; seit 1997 in den Bereichen Epidemiologie, Evaluations- und Interventionsforschung, Gesundheitsförderung und Prävention tätig)
Priv. Doz. Dr. med. Dr. rer. nat. Axel Schäfer (Doktor der Medizin, Doktor der Naturwissenschaften, Frauenarzt)
Geprüft durch das wissenschaftliche Beratungskomitee von BabyCare.
Beitrag erstellt am: 16.11.06 00:00
Beitrag zuletzt aktualisiert am: 01.11.17 09:51
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